Urbane Usability

Also ich komme weiß Gott nicht aus einer Radfahrer freundlichen Stadt. Im Gegenteil, in Siegen gibt es im Wesentlichen nicht mal Radwege, aber das hat auch seinen Sinn, hinter den Sieben Bergen, bei den Sieben Zwergen fährt sowieso kein Mensch Rad. Zu steil, zu anstrengend, zu frustrierend, ohne Doping geht da nichts. Aber Bonn, Bonn ist doch eigentlich zum Radfahren wie gemacht?! Nicht grade Münster, aber schön platt. Perfekt geeignet um mit einem alten, nicht diebstahlwürdigen Rad gemütlich ohne Hetze von A nach B zu fahren, zum Beispiel von der neuen Wohnung in Beuel, zum neuen Job im alten Zentrum.

Doch so einfach ich mir das vorgestellt habe, ist das leider nicht und daher komme ich hier nicht umhin mal die Frage der Fragen zu stellen:

„Welcher Idiot ist für die Verkehrsführung des Radweges am Bertha-von-Suttner-Platz, Kölnstrasse Richtung Beuel, verantwortlich?!“

Ich meine ich verstehe ja, das Radfahrer jedem einigermaßen normaltemperierten Autofahrer auf die Nerven gehen. Das geht mir hintern Steuer nicht anders. Aber ist das ein Grund sie in den sicheren Selbstmord zu treiben? In Zeiten von völlig übermotorisierten SUVs, hinter deren Steuer man einen Radfahrer nicht mal sehen kann und für deren Führung man leider keinen psychologischen Eignungstest machen muss, ist es mindestens Beihilfe zum Totschlag eine Radspur beinahe mittig über eine dreispurige Fahrbahn laufen zu lassen. Erst Recht, wenn die mittlere der drei Spuren für den Radweg auch noch in der Breite verringert wurde!

Jetzt mal im Ernst. Ist das die finale Lösung?! Ist das das Beste, das Euch einfällt?

Kommentare (15)

  1. Michael

    Irgendwie hab ich seit kurzem Probleme mit eurer Seite. Ein großer Teil der Seite wird durch einen schwarzen Balken im oberen Teil verdeckt. Nutze Firefox 3. Bei Internet Explorer tritt das Problem nicht auf. Kann das Problem jemand bestätigen, oder ist das nur bei mir so?

  2. Mark

    Hallo Michael, ich kann das Problem bestätigen, Guido hat es auch schon angemerkt: http://www.bnlog.de/index.php/archiv/2008/07/03/melbbad-wiedereroeffnung-2009/#comment-22446

    Mein Firefox 2 hat keine Probleme, aber mit Safari she ich den schwarzen Balken. Hab alle zuletzt aktualisierten Plugins und Elemente einzeln herausgeholt und keine Besserung gesehen. Werd am Wochenende nochmal danach schauen.

  3. dritter

    Opera 9.5 zeigt auch den schwarzen Balken.

    Zu Firefox:
    Zum glück gibt es extensions wie RIP. Einfach rechtsklick auf den Balken -> Permanent entfernen…

  4. Mark

    Driss is. Es war das Update des Lightbox-Plugin. Von wegen „some fixes“…

  5. Zosel

    Also die Kreuzung am Suttner Platz ist ja noch viel Geiler!

    Man bedenke zunächst, dass rechts von der Radspur
    die Busspur läuft. Und Busse sind ja in der Regel nicht die schmalsten, zudem diese dan nquer rüber auf die linke Spur müssen wenn sie über die Brücke wollen – was ja nur alle Minuten vorkommt.

    Richtig geil finde ich die neue Verkehrsführung wenn man von der Kölnstrasse in den Suttner-Platz einbiegt. Früher 2-Spurig, Verkehr lief flüssig.
    Jetzt: Einspurig, halbe Zeit wird durch Fussgängerampel verbraucht -> Im Endeffekt ist diese Kreuzung nun ein riesiger Flaschenhals.
    Man sollte die Leute die diese Ampelschaltungen machen in die Silberminen schicken.

  6. Guido

    Radwege dienen nun mal nicht der Sicherheit der Radfahrer, sondern der Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs. Radwege töten:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radweg#Kritik_wegen_stark_erh.C3.B6hter_Unfallgefahr

    Das ist Alles natürlich bestenfalls schlechte Statistik. Aber gerade in fremder Umgebung hasse ich die Benutzungspflicht, die oft zu großen Umwegen führt.

    Zur großflächigen Zensur auf bnlog.de will ich nochmal anmerken, dass das Plug-In NoScript die Zensur überwindet. (Ist das schon eine Umgehung eines technischen Zugangsschutzes und damit strafbar? :-))

  7. Melanie

    Hey Zosel, nichts für ungut, aber wir sprechen von genau der gleichen Ecke! Radweg am Bertha von Suttner-Platz, Kölnstrasse Richtung Beuel. : )

  8. Lim_Dul

    @Guido: In diesem Fall ist deine Kritik (die ich zu großen Teilen teile) aber falsch am Platz. In der Verkehrsführung fahren die Radfahrer den gleichen Weg wie die Autos. Es ist zwar eine Spur auf den Boden aufgemalt, aber die sieht eh keiner, da sie von der eigentlichen Autospur abgeht. LKWs *müssen* die Radspur mitbenutzen, da sie zu breit sind.

    Zum Thema: Ich find die Verkehrsführung da auch unter aller Sau.
    Ich fahre seit ca. 9 Monaten fast täglich da morgens mit dem Fahrrad lang.
    In der Zeit habe ich 1x einem Autofahrer an die Scheibe geklopft, da ich doch gerne etwas Sicherabstand hätte.
    Der hat mich dann später doch angeraunzt, was mir einfallen würde. Und mindestens 2x bin ich bereits sehr knapp
    sehr zügig überholt worden.

    Meines Erachtens ist es nur eine Frage der Zeit, bis es da einen gefährlichen Unfall gibt.
    Denn insbesondere Radfahrer, die nicht sicher sind kommen da leicht unter die Räder.
    Ich muss gestehen, ich fahre auf dieser Radspur immer mit – bildlich gesprochen – ausgeklappten Ellbogen.
    Denn leider ist es zu eng, als das Auto auf linker Spur + Auto auf mittlerer Spur + Radfahrer gemeinsam dahinpassen.
    Ergo mach ich mich so breit, dass jeder der mich überholen will, es eigentlich nur kann, wenn er die linke Spur schneidet.
    Ich fahre wenigstens auch zügig, so dass ich den Verkehr wenig behindere, aber das Optimum kann sowas nicht sein.

    Weitaus sinnvoller wäre es, die Radfahrer auf der ganz rechten Spur fahren zu lassen (Busspur, die in die Rechtsabbiegerspur
    übergeht. Wenn man dann an der Ampel am Belderberg
    a) die Fahrbahn entsprechend markiert und
    b) eine extra Radfahrerampel hinstellt, die kurz vor den Autofahrern grün wird,
    dürfte es eigentlich deutlich sicherer sein.

    Ich hoffe ja, wenn die Baustelle hinter der Kreuzung endlich weg ist, dann diese Verkehrsführung kommt.

  9. Herr Schlauschlau

    melanie, du bist umgezogen? und jobwechsel= dann brauche ich tipps… also zumindest zum ersten thema 🙂 bin nach gefühlten hundert jahren in einunddenselben 28 m² und nach ende der ausbildung nun auch bereit für eine wohnung mit sowas wie nem.. ich glaube man nennt es „flur“ und mit mehrerene… „zimmern“ (?).

    morgen wird natürlich auch ne gute alte zeitung geholt, im internet warten ja nur makler darauf dass man sie findet (statt die gesuchten wohnungen). aber wenn du nene dollen geheimtipp hast, also ich würd nicht nein sagen 🙂

    grüße vom
    eike

  10. Frechdachs

    Übrigens, Paris ist nicht mehr nur die Stadt der Liebe, sondern seit geraumer Zeit auch (fast) ein Paradies für Radfahrer. Kein Wunder, denn die Grünen sind an der Stadtregierung beteiligt. Überall wurden den Autos Fahrspuren und Parkmöglichkeiten weggenommen und dafür Radwege gebaut. Ausserdem kann man an jeder Ecke per Kreditkarte am Automat ein Mietfahrrad bekommen oder zurückgeben. Autofahrer haben es jetzt dafür schwer. Man kommt kaum mehr durch und Falschparken wird sofort von Polizeistreifen auf dem Fahrrad geahndet – zum Abgewöhnen.

  11. Melanie

    Hey Eike, da hab ich leider keine so guten Tipps zu geben, ich glaube mein Geheimnis ist, dass ich nicht auf der Suche war 🙂 Die Wohnung habe ich über Kalydo gefunden und meine Wohnung habe ich bei Studenten-Wohnung, Studenten-WG, etc. pp. angeboten. Jetzt krieg ich fast ein schlechtes Gewissen, ich hatte überlegt sie ins BNLOG zu setzen, dachte aber, dass unsere Reichweite dann doch nicht so der Oberknaller ist (für den Zweck). 🙂

  12. Herr Schlauschlau

    ne n schlechtes gewissen musst enich haben – werd ja wohl schonw as finden.. wobei mich bis jetzt noch keine wohnung so richtig überzeugt hat.. nunja.. die suche geht weiter..

    oh und marc, danke für deinen tipp-kommentar bei mir 🙂

  13. Pingback: Fremdbild vs. Selbstbild

  14. Pingback: VRS erhört die Preise 2009 auf Bonn Beuel

  15. Armin

    Also der Kritik am Radweg kann ich nur zustimmen. Ich fahre in der Innenstadt extrem ungern mit dem Rad – ich fühle mich auf solchen Spuren einfach nicht sicher! Wie Du schon erwähnst, werden die Radwege immer wieder von anderen Spuren gekreuzt. An anderen Stellen dient der Radweg als Ladezone für LKWs, so dass man als Radfahrer auf die nächste Spur ausweichen muss. Gerade während des Berufsverkehrs ist das wirklich gefährlich. Da fahre ich lieber langsam und vorsichtig auf dem Bürgersteig, auch wenn mich das irgendwann mal ein Knöllchen kostet…

    Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass viele Radfahrer in Bonn wie die gesenkten Säue fahren! Im Dunkeln ohne Licht, viel zu schnell, unangepasst, kreuzen Fußwege ohne zu gucken und halten nicht vor Zebrastreifen. Als Fußgänger fühle ich mich teilweise noch unsicherer als auf dem Rad. Schlimmste Stelle im Moment: Kennedy-Brücke, sowohl am Beueler Ende am Brückenforum sowie am anderen Ende vor der Baustellenampel. Ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, wenn auch Radfahrer mal bissel bremsen, gucken und das Licht anmachen.

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