Einfache Haushaltsökonomie…

Ein Minus ist das, was man rausbekommt, wenn man mehr ausgibt, als man einnimmt. Hält man das lange genug durch, kann es schon mal passieren, dass man ein Haushaltsloch produziert. Die normale Reaktion darauf ist, dass man den Gürtel ein wenig enger schnallt und man sich darum bemüht die Ausgaben ein wenig mehr den Einnahmen anzupassen. Idealerweise so, dass ein kleines Plus übrig bleibt, das einem langfristig ermöglicht, aus dem Minus wieder ein Plus zu machen. Oder es zumindest auszugleichen.

FREUDE JOY JOIE BONN

Nachfolgend einige Zitate, die den Verdacht nahe legen, dass Bonn momentan finanziell nicht allzu rosig dasteht:

„‚Die Haushaltssituation der Stadt Bonn ist auch weiterhin dramatisch. Vor allem die Verschuldung ist Besorgnis erregend.'“

„Größte Sorge macht dem Kämmerer die Verschuldungssituation der Stadt Bonn. „Sie ist dramatisch“, so Sander. Zum 31. März [2008 Anm. d. Red.] beläuft sich der Stand der Verschuldung für Investitionsmaßnahmen auf rund 864 Mio. EUR. Mit dem jetzt verabschiedeten Haushalt gelingt es, diese Nettoneuverschuldung für Investitionen nicht weiter zu erhöhen. Rechnet man aber die Kreditaufnahme für kurzfristigen Kredite für den konsumtiven Haushalt in Höhe von rund 330 Mio. Euro dazu, ergibt sich eine Verschuldung in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Damit ist jeder Bonner mit rund 3.790 Euro verschuldet.“

Soviel aus dem ersten Quartalsbericht unseres Stadtkämmerers Dr. Sander aus dem Juni diesen Jahres.

Im August hat er nochmal gemahnt, dass man sich am Riemen reißen müsse, dass es an der Zeit sei die Verschuldung zurück zufahren, da die Stadt Bonn allein für die Zinsen der Verschuldung nur in diesem Jahr rund 63 Mio. € zahlen muss.

„Schuldenabbau sei das oberste Gebot. Statt neuer Kredite aufzunehmen müsste in den nächsten Jahren mehr getilgt und dürften die Schulden nicht ausgeweitet werden.“

Sander betont:

„Nur durch eine konsequente und dauerhafte Absenkung der Aufwendungen lässt sich die steigende Verschuldung stoppen und reduzieren.“

Die Notwendigkeit einiger Sparmaßnahmen scheint doch klar auf der Hand zu liegen. Mit der aktuellen Plakatkampagne FREUDE JOY JOIE BONN könnte man meines Erachtens gleich anfangen. Denn das muss mir doch mal einer erklären. Wenn keine Kohle in der Kasse ist, die Stadt ihre Bonner pro Kopf ungefragt mit fast 4000 Euro verschuldet, wieso muss man dann sämtliche Citylights in der ganzen Stadt mit FREUDE JOY JOIE BONN Plakaten pflastern? In der wichtigsten und damit vermutlich teuersten Werbezeit des ganzen Jahres? Soll uns das freuen? Auf das uns das Herzelein in der Brust höher schlägt? Sollen wir in Liebe und nicht zu vergessen, FREUDE JOY JOIE BONN, erblühen und darüber vergessen, was für ein himmelschreiender , geldverschwenderischer Unsinn das ist? Für wie blöd werden wir da eigentlich verkauft?

Ich kann mir nicht helfen: FREUDE JOY JOIE BONN – am A****!

Kommentare (5)

  1. Quo Vadis Dachmarke?

    Ich zietiere aus einem Gästebucheintrag auf der o.g. Internet-Seite:

    „Was genau eine Dachmarke ist, wird um so schwammiger, je mehr Texte man zu Rate zieht[…]Zuweilen wird Nivea als Dachmarke bezeichnet. Und an anderer Stelle heißt es, Beiersdorf sei eine Dachmarke. Analog verhält es sich mit Persil und Henkel: beides Dachmarken. Zwar finden sich diese Einordnungen in verschiedenen Texten, aber dies zeigt, wie wenig aussagekräftig der Begriff ist. Wer nach Dachmarke googelt, findet eine Flut unterschiedlichster Beispiele, denen kein strategisches Konzept gemeinsam ist.“
    […]
    „Die Flopraten von Produkteinführungen erreichen bekanntlich in manchen Branchen 80%“
    […]
    „Statt mit dem nebulösen Dachmarken-Begriff zu arbeiten, sollten Markenmanager sich Klarheit verschaffen, welche Namen und Zeichen wirklich die Träger ihrer Markenenergien sind und in welcher Relation sie zueinander stehen“

    ZITAT ENDE

    Angesichts dieser Fesstellungen bin ich davon überzeugt, dass der KUSSMUND eine ORIGINAL BÖNNSCHE DACHMARKE ist! Und der ist noch dazu so günstig und beliebt, dass man sich dat janze Spiel hätte sparen können…

  2. Pingback: Freude Joy Joie Bonn - und kein Ende.

  3. Hannes

    Zum Teufel mit der Freude! Ich fühle mich nicht wie ein Waschmittel und will so auch nicht behandelt werden.

  4. Siegfried

    Die Stadt Bonn sollte jeden Bürger dazu verpflichten, ein Freude-Plakat in die Küche zu hängen. Wie bei den Pickelhauben läuft das hier.

  5. dirsch

    Und am 2.01.2009 zahlen wir alle noch einmal 90 Millionen EURO an die Sparkasse Köln-Bonn: http://bonner-wirtschaftsgespraeche.de/index.php/2008/12/31/bonn-sparkasse-koln-bonn-erhalt-300-millionen-euro/
    Na dann guten Rutsch!

Kommentare sind geschlossen.