Redeverbot für Prinz Amir

In der Münsterkirche findet heute eine Karnevalsmesse statt. Traditionell spricht dabei der Bonner Prinz ein Grußwort an die Karnevalisten. Aber nicht heute. Der Prinz hat Redeverbot bekommen. Als Hausherr der Kirche hat der Stadtdechant angeordnet, dass Prinz Amir nicht zu den Karnevalisten sprechen darf. Der Prinz soll schweigen, denn er ist Moslem. Mehr dazu beim WDR
Ziemlich verkniffen protestantisch, die Bonner Katholen.

Kommentare (4)

  1. Jan

    Und durfte er doch reden?

  2. Mark (Beitrag Autor)

    Laut GA : Keine Chance. Aber er nimmt’s scheinbar sportlich…

  3. Andreas

    Ich hätte das Problem zwar nicht als solches erkannt, finde die Begründung für die Ablehnung aber schlüssig und nachvollziehbar. Es handelte sich ja nicht um irgendeine Karnevalsveranstaltung, sondern um einen Gottesdienst, sprich einen religiösen Ritus, der als solcher natürlich festen Regeln und Abläufen folgt. Und da ist es halt schlicht nicht vorgesehen, daß ein „Andersgläubiger“ eine aktive Funktion erfüllt. (Verwundert bin ich in dem Zusammenhang eher darüber, daß dort überhaupt der Karnevalsprinz reden sollte, weil sich mir die liturgische Einordnung eines „Grußwortes“ nicht so ganz erschließen will.)

    Kritikwürdig finde ich an diesem Vorkommnis zwei Dinge: Erstens das Verhalten von Stadtdechant Schumacher (vor allem auf Twitter) und dem Erzbistum. Wie schwer kann es sein, den schlichten Sachverhalt in einen geraden Satz zu gießen und diesen in eine Kamera zu sprechen? Im Nachhinein ging’s doch plötzlich. Und wieso muss man sich in 140 Zeichen so aufblasen? Zweitens die Berichterstattung des WDR, der sich offenbar überhaupt keine Mühe gegeben hat, die sachlichen Hintergründe näher zu beleuchten und stattdessen lieber Umfragen auf dem sinngemäßen Niveau von „finden Sie es nicht auch skandalös, daß …“ sendet.

    Mein Kompromißvorschlag wäre gewesen, daß der Prinz einfach nach dem Schlußsegen (sprich nach dem förmlichen Ende der rituellen Veranstaltung) sein Grußwort spricht. Naja, ist jetzt wohl egal. 🙂

  4. Til

    Naj ja, da hätte man aber auch eine rheinische Lösung finden können. Mich regt da vor allem der überhebliche Ton vom Schumacher auf.
    O-Ton:
    „Karneval und Christentum gehören zusammen. Ob es Tollität Amir gefällt oder nicht. Im Münster habe ich das Sagen. Er wird es lernen müssen.“
    Das Geistliche sich regelmäßig im Ton vergreifen, gehört ja anscheinend zum Amt wie Stola und Weihwasser. Aber das dafür jetzt auch schon Twitter herhalten muss, gibt dem ganzen schon wieder eine neue Dimension.

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