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Beachvolleyball auf dem Münsterplatz

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Foto: © baltasar

Zwischen dem 14. und 16. August kann man in Bonn auf dem Münsterplatz Beach Volleyball vom Feinsten erleben. Zum wiederholten Male bildet Bonn den Abschluss der acht Turniere umfassenden ‚Smart Beach Tour‘. Insgesamt treten 12 Frauen- und 16 Herrenteams an, um um Preisgeld in Höhe von 10000 Euro zu kämpfen und sich wichtige Punkte für die ‚Deutschen Smart Beach Volleyball Meisterschaften‘ in Timmendorfer Strand zu sichern. Am Freitag wird die Qualifikation für das Bonner Turnier ausgespielt, die Favoriten hingegen treten erst ab Samstag Morgen an.

Zeitplan smart beach tour Bonn (14.08. – 16.08.2009):
Qualifikation:   Freitag   12.30 bis 20.00 Uhr
Hauptfeld:       Samstag  08.30 bis 20.00 Uhr
Sonntag  09.00 bis 14.30 Uhr
Finale Frauen:   Sonntag  ab 15.00 Uhr
Finale Männer:  Sonntag  ab 16.00 Uhr

Damit auch die Bonner Innenstadt einen eigenen Strand bekommt, werden insgesamt über 700 Kubikzentimeter feinster Quarzsand auf dem Münsterplatz aufgeschüttet. Hoffen wir, dass sich das Wetter auch angemessen verhält und uns ein schönes sonniges Beach-Wochenende verschafft.

Europawahl 2009 – so wählten die Bonner

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Die Europawahl ist vorbei und wie schon in den letzten Jahren war die Wahlbeteiligung mehr als schlecht. Die Geburtsstadt des Grundgesetzes stellte sich zumindest gegen den Bundestrend, rund die Hälfte der Bonner Wahlberechtigten ging zur Wahl. Großer Verlierer der Wahlen ist in Bonn die CDU, die fast 7 Prozent im Vergleich zur Europawahl 2004 verlor. Neben der CDU verloren nur noch die Grünen an Zustimmung in der Wählergunst. Dennoch bleiben die Grünen mit 20,46 Prozent die zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Die SPD erreichte nahezu das gleiche Ergebnis wie vor fünf Jahren und steht damit in Bonn genauso auf der Stelle wie im gesamten Bundesgebiet. Gewinner des Abends waren Die Linke, die ihren Stimmenanteil fast verdoppeln konnte und insbesondere die FDP, die um 5,46 Punkte auf 15,74 Prozent zulegen konnte. Innerhalb der Stadtbezirke gab es keine großen Abweichungen im Vergleich zum Gesamtergebnis für die Bundesstadt Bonn. Lediglich die Innenstadt entschied sich ein wenig stärker für die Grünen, was wohl auf Kosten der CDU ging, die trotzdem mit 30,74 Prozent auch hier die stärkste Partei stellte. Bei den Kleinparteien ist in Bonn die Piratenpartei die Große unter den Kleinen. 1316 Bonner konnten sich für die neue Partei begeistern und mit 1,2 Prozent der Stimmen liegt sie klar vor der Tierschutzpartei (0,83 Prozent), den Freien Wählern (0,71 Prozent) und den Republikanern (0,56 Prozent).

Philosophie im Kino

Am 17. Juni um 19:30 Uhr geht die Reihe „Philosophie im Kino“ in die achte Runde. Die Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur zeigt in Zusammenarbeit mit dem Woki am Jahrestag des Arbeiteraufstands in der DDR den Film „It’s a free world„.  Mit philosophischen Fragen soll sich das Publikum, angeleitet von Dr. Martin Booms, dem Thema „Arbeit um jeden Preis? Zum Verhältnis von Würde, Wert und Wettbewerb“ annähern.

Anhand Ken Loachs „It’s a Free World“ (deutsche Fassung) soll das Verhältnis einer im gobalen Maßstab marktförmig und wettbewerblich organisierten Erwerbsarbeitswelt auf die menschliche Lebenswelt und das Ideal einer freien und integrierten Gesellschaft diskutiert werden.

Die Veranstaltungen sind immer in einer sehr „lockeren-akademischen Atmosphäre“ und machen den Kinoabend zu einem geistigen Erlebnis gepaart mit guter Unterhaltung, wobei Bier und Popcorn natürlich nicht fehlen dürfen. Schon heute Abend startet die Akademie eine neue Reihe zum Themenkomplex „Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft“ mit dem Film „Die fetten Jahre sind vorbei“. Wer Lust hat über die Frage „Wohlstand oder Glück?“ Zur Bedeutung materieller Güter für das gute Leben“ zu philosophieren und diskutieren, findet sich um 19:30 Uhr im Odeon Kino in Köln ein.

Uni Bonn privatisiert Toiletten

Damit die gemeine Studentenschaft auch in der Lage ist, ein akademisch ordnungsgemäßes Häuflein zu setzen, beschloss der Senat der Uni Bonn am 6. November 2008 die Toiletten der Uni Bonn mittels Studiengebühren zu sanieren. Dieser Plan wurde nun aufgrund des Widerstands der Studierenden verworfen, denn nach dem Hochschulfreiheitsgesetz dürfen die Studiengebühren nur für die Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen verwendet werden. Die Studentenvertreter kritisierten, dass saubere und funktionstüchtige Sanitärräume zur Grundausstattung einer Universität gehören und daher vom Land zu finanzieren sind.

Doch der Innovationsgeist der Uni Bonn ist landesweit bekannt. Nicht nur, dass die Uni als eine der ersten Universitäten in Deutschland die Studiengebühren und dazu noch einen zusätzlichen Ausländerbeitrag eingeführt hat, nein, jetzt wird die Idee ins Auge gefasst, die Toiletten durch einen externen Betreiber verwalten zu lassen. „Ähnlich wie in Bahnhöfen und Autobahnraststätten müssten Benutzer dann für ihr Geschäft zahlen“, heißt es in der Pressemitteilung der Uni Bonn.

Ob nun Drehkreuze vor allen Räumlichkeiten angebracht werden oder man wie vor einer Diskothek mit Türsteher zusammenarbeiten will, ist noch nicht ganz geklärt. Auch gibt es den Vorschlag, die Cafeterien der Uni an Tank & Rast abzutreten, um so ein Wertgutscheinsystem für die Toilettennutzung zu installieren. Da ein Teil der Studentenschaft aufgrund der Studiengebühren sowieso schon an kronischem Geldmangel leidet, sollte auch darüber nachgedacht werden, kostengünstige Plumps-Klos Low-Budget-Toiletten im Innenhof der Uni aufzustellen, um unschöne Szenen auf der Hofgartenwiese zu vermeiden.

Spontandemo gegen Nazis in der Innenstadt

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Foto: © baltasar

Heute Nachmittag gegen 17 Uhr versammelten sich auf dem Bonner Münsterplatz ca. 60 Antifaschisten zu einer Spontandemonstration unter dem Motto „Kein Raum für Nazis – Wir mischen uns ein“, um gegen die zunehmenden Provokationen aus der rechten Szene ein Zeichen zu setzen. Grund für die Spontandemo war ein am am vergangenen Donnerstag erfolgter unangemeldeter Aufmarsch von Rechtsradikalen in der Maxstrasse.  Ca. 15 Nazis zogen durch die Bonner Alstadt, skandierten antisemitische Parolen, pöbelten herum und bespuckten Passanten. Nach mehreren Anrufen besorgter Anwohner reagierte die Polizei und konnte 15 Tatverdächtige festnehmen. Gegen die Personen wurde ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Neben den vermehrt auftretenden fremdenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Aufkleber- und Sprühaktionen wurde zudem vor einigen Wochen vor der Altstadtkneipe „Die Wache“ einem Jugendlichen von 7 Rechtsradikalen der Kiefer und die Nase gebrochen.

Der Demonstrationszug konnte unbehelligt von der Polizei vom Münsterplatz zum Markt und Friedensplatz ziehen, wobei die Demonstranten die überraschten Passanten mit Flyern über die Aktion und die zunehmenden fremdenfeindlichen Elemente in der Stadt Bonn informierten. Nachdem der vollkommen friedliche aber laute Demonstrationszug aus der Altstadt zurück Richtung Marktplatz marschierte, stoppte die Polizei die Demo. Die Polizei ging sofort gegen die Demonstrationsteilnehmer vor und es begann eine Treibjagd durch die Bonner Innenstadt, wobei es einige Festnahmen gab. Noch eine Stunde nach der Spontandemo war die Polizei mit mindestens 10 Einsatzwagen in der Stadt präsent. Doch nicht nur die Polizei versuchte die Demonstration zu unterbinden, auch mehrere Nazis fanden sich in der Stadt ein, die aber von der Polizei sofort gestellt wurden.

Die Demonstration war ein erstes kraftvolles Zeichen gegen die fremdenfeindlichen Tendenzen in der Stadt Bonn. Wollen wir hoffen, dass sich die Stadt Bonn an ihre Parolen vom 12. Juli 2008 – „Kein Fußbreit für Faschisten – Bonn stellt sich quer“ – anlässlich des Naziaufmarschs in Duisdorf erinnert und endlich Flagge zeigt gegen den braunen Schmutz in der Stadt. Der heutige übermäßig harte Einsatz der Polizei gegen die friedliche Demonstration lässt leider anderes vermuten.