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Wie Bonn es verpasste, Open Data-Hauptstadt zu werden

Zum heutigen Start der Bonner Regionalversion von abgeordnetenwatch.de ein Gastbeitrag mit der freundlichen Genehmigung von blog.abgeordnetenwatch.de

Der Start von abgeordnetenwatch.de in Bonn sorgte schon für Aufregung, da stand noch gar nicht fest, wann es überhaupt losgeht. Anfang Juli verkündete die Bonner Linkspartei via Pressemitteilung das Ergebnis eines nicht öffentlichen Treffens aller Fraktionsgeschäftsführer im Stadtrat: „Ratsfraktionen gegen kommunales Abgeordnetenwatch“:

Der Hamburger Verein [abgeordnetenwatch.de] bat die Ratsfraktionen … um Erlaubnis, die im Bonner Ratsinformationssystem öffentlichen Daten über die kommunalen Mandatsträger für die Plattform zu verwenden. Doch dieses untersagten die Geschäftsführer der Fraktionen CDU, SPD, Grüne, FDP und BBB. Sie scheuten den damit verbundenen Aufwand, so das Ratsbüro in der Erklärung an den Verein. Lediglich DIE LINKE. sprach sich für das Vorhaben des Vereins aus.

(Es sollte sich herausstellen, dass die Grünen nicht gegen, sondern für abgeordnetenwatch.de in Bonn sind, doch dazu später mehr.)
Das Bonner Ratsinformationssystem („Bo-RIS“) ist eine spannende Sache, vor allem für jene, die etwas mehr über ihre Stadtratsmitglieder wissen wollen als Name und Geburtsjahr. Bei „Bo-RIS“ sind u.a. Angaben über ausgeübte Berufe und sonstige Tätigkeiten der ehrenamtlichen Stadtverordneten aufgeführt, aber auch Informationen über ihr Grundvermögen und Beteiligungen an Unternehmen. Man erfährt zum Beispiel, dass einer der Stadtverordneten als Privatmann ein Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt „Infrastruktur“ betreibt, das in der Vergangenheit zahlreiche öffentliche Aufträge, auch von der Stadt Bonn, erhalten hat. Dabei mag alles mit rechten Dingen zugegangen sein – aber für einen Bürger ist das zumindest eine interessante Information. Man könnte ja einfach mal nachfragen, etwa, ob es nicht hin und wieder auch zu Interessenkonflikten kommt.
Die Bundesstadt Bonn hatte die Chance, zum bundesweiten Vorbild in Sachen öffentlicher Daten zu werden, zur Open Data-Hauptstadt sozusagen. „Open Data“ beruht auf der Idee, Datenbestände von allgemeinem Interesse „ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich“ zu machen, um dadurch vorteilhafte Entwicklungen in Gang zu setzen. Mit der Open Data-Version von abgeordnetenwatch.de Bonn wäre es möglich, sich auf Grundlage von beruflicher Tätigkeit, Grundbesitz, Firmenbeteiligungen und Abstimmungsverhalten nicht nur ein umfassendes Bild von den Stadtverordneten zu machen, sondern diese auch gleich öffentlich dazu zu befragen. So etwas gibt es bislang in keiner deutschen Stadt.
Dabei wird es auch erst einmal bleiben. Denn bei CDU, SPD und FDP sind sie der Meinung, dass es so etwas in Bonn nicht braucht. Die drei Fraktionen, aber auch die Bonner Stadtverwaltung, sind dagegen, der Öffentlichkeit eine Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, über die jeder Interessierte auf die sowieso öffentlichen Daten zugreifen kann.
Offensichtlich nahmen die Vertreter der drei Parteien an, dass sich mit Ablehnung der Datenschnittstelle das gesamte Projekt „abgeordnetenwatch.de für Bonn“ erledigt habe. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Achim Haffner erklärte auf Nachfrage zu den Gründen seiner Ablehnung:

Die Stadtverordneten und Bezirksverordneten haben einfach eine viel größere Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern im Vergleich zu Mandatsträgern aus Bund und Land. In Bonn existiert darüber hinaus eine zusätzliche Kommunikationsebene über den Bürgerinnen- und Bürgerausschuss. Im Rahmen der Haushaltsberatungen gab es eine so bisher noch nicht existierende Bürgerbeteiligung. Außerdem haben alle Bonner Fraktionen eigene direkte Kommunikationsmöglichkeiten mit den Bürgerinnen und Bürgern aufgebaut. Durch den Aufbau von abgeordnetenwatch.de sehen wir die Schaffung von Doppelstrukturen. Die bereits bestehenden Strukturen sind sehr vielfältig. Die Schaffung einer Duplizität wird von uns als nicht sinnvoll angesehen. Ich bitte um Ihr Verständnis für unsere Haltung.

Die Vertreter von CDU und SPD antworteten zwar nicht auf unsere Mail vom 13. Juli, äußerten sich dann aber zumindest gegenüber der WDR-Lokalzeit, die kürzlich über das Thema berichtete:

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dieter Schaper hält nicht viel von abgeordnetenwatch.de für Bonn,

weil es einen zusätzlichen Arbeitsaufwand bedeutet, der für ehrenamtliche Politiker kaum noch leistbar ist.

Und der Fraktionsgeschäftsführer der CDU, Georg Fenninger, erklärte im WDR:

Wir haben einen ganz anderen, viel engeren Kontakt zu Bürgern. Wir haben einen eigenen Bürgerausschuss, wo jeder Bürger das Recht hat und die Möglichkeit, per Bürgerantrag direkt in den Gremien zu diskutieren.

(Nachtrag 4.8.: In einer Mail an abgeordnetenwatch.de äußerte Fenninger sich heute noch deutlicher. S. Updates weiter unten.)
Wenn man nun die Argumente der beiden Herren von SPD und CDU zu Ende denkt, stellt sich die Frage, ob es aus arbeitsökonomischer Sicht tatsächlich erstrebenswert ist, dass ein Bürger zunächst einmal einen Bürgerantrag stellen muss, um öffentlich Gehör zu finden. Oder ob nicht oftmals auch eine kurze Frage im Internet ausreicht, um ihm weiterzuhelfen.
Dass es beim Start eines neuen abgeordnetenwatch.de-Projektes immer etwas Unruhe gibt, ist inzwischen zum Ritual geworden. Ähnlich ist auch jedes Mal der Ablauf:

  • Fraktionsfunktionäre legen sich auf ein „Nein“ fest: Bevor die Kommunalpolitiker selbst darüber entscheiden können, ob sie Bürgern öffentlich Rede und Antwort stehen, ist der interne Beschluss meist schon gefasst – und nicht selten nach außen kommuniziert. Ein Stadtratsmitglied kann sich entweder den Fraktionsgeschäftsführern anschließen oder er muss sich ihnen gegenüber illoyal verhalten.
  • Die Argumente gegen einen öffentlichen Onlinedialog zwischen Politiker und Bürger lauten: a.) „Wir sind schon transparent“ und b.) „Für einen ehrenamtlichen Politiker ist das nicht leistbar“. Zu a.) ist zu sagen: Wenn jemand transparent ist, spricht nichts dagegen noch transparenter zu werden. Auf welchem Weg ein Politiker kontaktiert wird, darüber entscheiden in einer Demokratie immer noch die Bürger. Dem Politiker bleibt am Ende die Entscheidung, ob er öffentlich antworten möchte oder nicht. Und zu b.): Dass es für einen ehrenamtlichen Politiker nicht leistbar ist, Bürgerfragen zu beantworten, hat nichts damit zu tun, ob diese öffentlich kommen oder als direkte Mail unter vier Augen, was manche Politiker oftmals bevorzugen. Es dauert nicht länger, eine öffentliche Antwort zu verfassen als eine nicht öffentliche. Ehrlicherweise müsste ein Politiker also sagen, dass er gar keine Bürgerpost wünscht, da sie ihn überlastet.
  • abgeordnetenwatch.de startet, die Kommunalpolitiker machen ihre eigenen Erfahrungen: Manche stellen fest, dass sie anders als befürchtet nicht mit Bürgerfragen überhäuft werden. Und sie merken, dass in dem öffentlichen Austausch mit Bürgern auch eine Chance liegt. Das hat zum Beispiel der Präsident des Landkreises Segeberg erkannt („Ich finde das neue Forum positiv, haben die Bürger doch damit die Möglichkeit, schnell und direkt mit ihren Abgeordneten in Kontakt zu treten.“), aber auch der SPD-Fraktionsvorsitzende in Geislingen, der nach anfänglicher Kritik an abgeordnetenwatch.de („nachgerade lächerlich“) inzwischen der Meinung ist: „Warum nicht – wenn es Jüngere neugierig macht, dann ist das gewünscht.“

Am Ende findet jeder seinen Weg, mit den Bürgerfragen auf abgeordnetenwatch.de umzugehen. Die Einen antworten öffentlich, die Anderen bevorzugen die Unter-vier-Augen-Kommunikation, wieder andere drohen mit einer einstweiligen Verfügung.
So wird es auch in Bonn sein, wo abgeordnetenwatch.de nächste Woche Donnerstag (11.8.) starten wird. In der Grundversion zwar, d.h. lediglich mit den Basisangaben wie Geburtsjahr und berufliche Qualifikation sowie der Fragemöglichkeit. Natürlich könnten wir die umfassenden Angaben zu den Bonner Stadtverordneten aus dem Ratsinformationssystem „Bo-RIS“ per Copy & Paste übernehmen. Doch wenn ein Kommunalpolitiker seinen Job wechselt oder ein Grundstück verkauft, sammelt sich nutzloser Datenmüll an. Kurzum: Aktuell halten lassen sich die Angaben so nicht.
Bonn als Open Data-Leuchtturm? So sieht es erst einmal nicht aus. Nach der Sommerpause wollen die Grünen das Thema noch einmal aufnehmen. Bzgl. ihrer Haltung zu abgeordnetenwatch.de für Bonn hatte zunächst Verwirrung geherrscht. Nachdem die Grünen in der Pressemitteilung der Linken als Gegner von abgeordnetenwatch.de aufgeführt worden waren, postete deren Fraktionsgeschäftsführer Martin Böttger folgende Anmerkung unter die PM:

Diese Meldung ist nicht zutreffend. Die Grünen im Rat der Stadt Bonn lehnen eine Beteiligung an Abgeordnetenwatch nicht ab. Im Gegenteil: unser Facharbeitskreis BürgerInnenbeteiligung und Lokale Agenda hat sich bereits positiv damit befasst. Die Ablehnung der Teilnahme durch die Verwaltung war darum in unseren Augen voreilig und geschah jedenfalls nicht in unserem Namen.

In einem weiteren Kommentar erwiderte der Fraktionsgeschäftsführer der Linken, Anatol Koch:

Der Kommentar von Martin Böttger lässt vermuten, dass die Fraktion der Grünen ein Kommunikationsproblem hat. Richtig ist, dass die Grünen in der betreffenden Geschäftsführerbesprechung vertreten waren, in der sich die Linksfraktion als einzige für die positive Beantwortung der Anfrage von Abgeordnetenwatch aussprach. Es wurde auch in Anwesenheit der Grünen festgestellt, dass eine Absage an Abgeordnetenwatch in Namen aller Fraktionen außer der Linksfraktion erfolgen wird. Ein Protokoll der Besprechung wird Klarheit bringen.

Auf unsere Nachfrage hin erklärte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Böttger, dass den Grünen in der fraglichen Sitzung nicht klar gewesen sei, dass die Stadtverwaltung abgeordnetenwatch.de ein formelles Ablehnungsschreiben zu unserem Anliegen, die Bo-RIS-Daten über eine Schnittstelle nutzen zu können, übermitteln wollte. Sonst hätte man sich anders und aktiver verhalten. Die Bonner Grünen würden das Thema aber mit Sicherheit nach den Ferien wieder aufnehmen.

Die Open Data-Wordcloud wurde erstellt mit Wordle und dem Wikipedia-Text zu „Open Data“

Update (24.05.2011) von 14:00:
Ein CDU-Stadtverordneter schrieb uns gerade:

Prima, dass die Sache nun nach Bonn kommt. …
Ich bin gespannt, über die Anfragen.

Update (24.05.2011) von 16:30:
Von CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger erreichte uns gerade diese Mail:

Ich finde es schon eine Dreistigkeit, dass sie ohne das Einverstaendnis der Verwaltung und aller Fraktionen (ausser Linken) beginnen. Ist das ihr Demokratieverstaendnis?
Wir ueberlegen uns Reaktionen wie in anderen Staedten, wo sie offensichtlich auch so verfahren sind. Fuer meine Person untersage ich ihnen hiermit die Veroeffentlichung meiner Daten!
Hochachtungsvoll
Georg Fenninger

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Lesen Sie auch:

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Keine Chance für die Gegner der of­fe­nen Ge­sell­schaft in Bonn

Trotz Dau­er­re­gen und Käl­te ver­sam­mel­ten sich gestern hun­der­te von Bon­nerinnen und Bonnern und „begrüßten“ lautstark den Tourbus mit der Aufschrift „Kreuzzug für das Abendland“ auf dem Friedensplatz. Von der Kundgebung der 15 Pro-NRWler und des deutsch-schwedischen Politikers Patrik Brinkmann konnte man allerdings nicht sooo viel hören, da die Begrüßung etwas lauter als die Kundgebung war…
Worum es genau den ProNRWlern ging, war letztlich schwer zu verstehen. Es war ein eher skuriler Auftritt, in dem die Initiative, sich sichtlich mühte, mit dem Publikum in mitunter provokanter Weise in den Dialog zu treten. Die angesprochenen gingen aber nicht immer darauf ein, sondern skandierten ein fröhliches „Ihr habt den Krieg verloren“.

Siehe auch: Angelika Beer unterstützt Bonner Piratenpartei
Trillerpfeifen und Sirenengeheul gegen Pro NRW

Etwas verwundert hat mich der pompöse Auftritt mit Tourbus. Fukami von den Bonner Piraten klärte mich dann darüber auf, dass der schwedische Industrielle Patrik Brinkmann Millionen in den Wahlkampf der rechtspopulistischen Partei Pro NRW investieren soll. Der Westen spricht dabei von 5 Millionen Euro.

Dazu der WDR:

Geldregen für Pro NRW

Der schwedische Millionär Patrik Brinkmann will die rechtspopulistische Bewegung Pro-NRW mit viel Geld unterstützen. Mit seiner Hilfe wollen die Rechten ein Anti-Islamisierungszemtrum gründen und suchen bereits nach geeigneten Immobilien.

Against: Neonazi-Flashmob am 17. August 2009, Bahnhofsvorplatz

Angeblich ist heute um 19.30 Uhr ein bundesweiter Flashmob von Neonazis anlässlich des Todestages von Rudolf Heß geplant. In Bonn soll der Hbf Ort des Geschehens sein.

Die Aktion, in Gruppen auf öffentlichen Plätzen einen Heß-Ausspruch zu rezitieren, kann ihnen nur gelingen, wenn es an diesen Orten ausreichend ruhig und leer ist.

Wir sagen: Keinen Fußbreit! Unsere Städte sind laut, bunt und voller Leben! Drum: Seid am heute ab 19:20 Uhr locker verteilt auf dem Bonner Bahnhofsvorplatz. (siehe Liste der gemeldeten Orte). Trefft Euch da mit Freunden, seid bunt, seid fröhlich.

Bringt Krachmacher-Instrumente mit – alles, was Ihr finden könnt: Rasseln, Dosen, Bierdeckelketten, Flöten, Tröten, Kochtöpfe, Omas Kaffeekanne,… – werdet kreativ!

Choreographie

  • 19:25 Uhr: Setzt Euch eine bunte Maske auf (Vorlage zum Ausdrucken auf Karton z.B. HIER als pdf downloaden – könnt Ihr dann ja noch bunt anmalen oder so) & lauft mit Ziel Platzmitte auf andere „Masken“ zu. Jubelnd begrüßen, freuen, umarmen!
  • 19:28 Uhr: Um 19:28 Uhr solltet ihr den Platz als bunte, maskierte Gruppe möglichst dominieren. Jetzt Instrumente rausholen.
  • 19:29 Uhr:  Langsam beginnen mit Rasseln, Singen, Klatschen, Trommeln, Johlen. Tempo & Lautstärke minütlich steigern: Lautstärkehöhepunkt
  • 19:32 Uhr-19:34Uhr: Möglichst laut gemeinsam Krach machen, kein Wort soll mehr zu verstehen sein um Euch herum!

Bitte weitersagen!

Chill & Grill

Am Sonntag stieg im Kult41 eine Party unter dem Motto Chill & Grill mit angekündigten Live-Acts — u. a. aus den Bereichen HipHop, Reggae und Graffiti. Ich habe meine Scheu vor Bonner HipHop-Sessions nach einigen Jahren mal abgelegt und bin dorthin. Was soll ich sagen: Ich war angenehm überrascht. Für 4 Euro Eintritt gab es dort tatsächlich eine kleine HipHop-Jam, bei der man sich seine Grillsachen selber mitbringen kann, wo ’ne Flasche Bier 1,50 kostet und bei der man lokale Acts auf der Bühne sehen und vor allem verstehen kann. Die Klangqualität war jedenfalls ordentlich. Gibt doch nichts schlimmeres als Rapper, deren Text man nicht versteht, weil weder die Boxen noch die Techniker wollen. So eröffnete Best.E den Abend und bekam dabei Support von Jamalien, Jacky und Eskimo. Es folgte ein Rap-Act aus Aachen, ein wenig Raggae der Soulion Band und schließlich noch SamJoe. Die Stimmung knüpfte stark an den Titel der Veranstaltung an, was mich sicherlich dazu bewegen wird, auch bei der nächsten Party mal wieder aufzukreuzen.

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Text & Bild: XXXL-Biker

Lesung im Rahmen der „Nacht der Solidarität“ in Bonn!

Die Kölner Schauspielerin und Moderatorin Carmen Hentschel führt durch den Abend und liest zusammen mit Kollegin Birte Schrein aus dem Buch „28 Stories über AIDS“.

Abgesehen vom Informiertsein über ein wichtiges Themen unserer Zeit und Mitsprechen können – warum sollte man zu diesem Abend kommen?
Weil es fesselnde Geschichten sind! Lebendig geworden durch die Stimmen der beiden professionellen TV- und Bühnenschauspielerinnen, die mit ihrem Vortrag ein ganzheitliches Live-Erlebnis bieten.

Autorin des Buches ist die bekannte Journalistin Stephanie Nolen. Das Buch stellt die Lebensgeschichten von 28 Männern, Frauen und Kindern vor, die meist selbst von der Immunschwächekrankheit betroffen sind. Ein Thema, über Viele viel zu wenig wissen…

Nicht umsonst war das Buch in Kanada ein Verkaufserfolg und wurde zwischenzeitlich unter den fünf meistverkauften Sachbüchern in Kanada geführt.
U.a. FAZ, Spiegel online, Stern, NDR und WDR berichteten anlässlich der Deutschlandpremiere.

Wer wissen möchte, wo er die Gesichter der beiden Schauspielerinnen schon gesehen hat, erfährt hier mehr über sie:
www.carmen-hentschel.de
www.birte-schrein.de

Nähere Informationen zur Aktion gibt es hier:
www.aids-kampagne.de/aktuell/im-aktionsbuendnis/nacht-der-solidaritaet
Die Lesung ist Teil der deutschlandweiten „Nacht der Solidarität“ zu der das Aktionsbündnis gegen Aids jährlich aufruft.

Zeit und Ort:
Donnerstag, der 18.06.2009 um 19:30 Uhr.
Namen-Jesu Kirche, Bonngasse 6, Bonner Innenstadt

Moderation: Carmen Hentschel
Lesung: Carmen Hentschel & Birte Schrein
Veranstalter: Aids-Hilfe Bonn e.V. (Frau Heike Gronski, Aids-Hilfe Bonn e.V.
Rathausgasse 6
53111 Bonn
Tel.: 0228 – 94 90 918
Fax: 0228 – 94 90 930
Heike.Gronski@aids-hilfe-bonn.de)

Der Eintritt ist frei!

(Die Ankündigung wurde auf freundliche Anfrage hin veröffentlicht. Machen wir nicht immer, aber wenn, dann gerne!)

Liebe „Bürgerbewegung“ Pro NRW,

als ich gestern morgen die Post aus dem Briefkasten geholt habe, musste ich mich von Deinem Flugzettel „Nein zu Großmoscheen, Minaretten und Muezzinruf!“ belästigen lassen. Ich wurde von Dir aufgefordert, die „islamistische Terrorgefahr“ zu bekämpfen, die Deiner Meinung nach von Moscheen ausgeht. Da ich generell ein recht neugieriger Mensch bin, habe ich allem Widerwillen zum Trotz mal weitergelesen.

Wenn ich das richtig verstehe, geht es Dir um mein Heil. Hast Du Angst, dass ich von den „Fundamentalisten, Hasspredigern und Terrorzellen“ vor meiner „eigenen Haustüre“ geschädigt werde, an Leib oder Leben oder beidem. Ich muss gestehen, ein Blick aus meinem Fenster trägt nicht unbedingt dazu bei, zu verstehen, was Du mir sagen willst: es ist Samstag, es sind die „Suburbs von Bonn“, die Leute waschen ihre Autos. Sehr deutsch. Finde ich. Aber ich kann mich natürlich täuschen. Also erstmal weiterlesen.

Jetzt geht’s um die Kölner Vorortzüge und die Sauerländer Terrorzelle, stimmt, das hätte böse ins Auge gehen können, ist aber nicht zuletzt auch durch völlig unschäublische Ermittlungsarbeit verhindert worden. Aber gut, Schäuble ist wohl sowieso ein schlechtes Thema und Polizei auch, denn schließlich ignorieren Deiner Meinung nach Grüne, SPD, FDP und CDU das Thema und übertreffen sich gegenseitig in ihrer „naiven und gefährlichen Toleranzrhetorik“. Sorry, was? Du hast mich schon wieder verloren, ich kann Dir nicht folgen. Also weiter, Mohammed Atta hatte Komplizen in Duisburg beklagst Du. Vergisst dabei aber scheinbar, dass Atta fast zehn Jahre in Hamburg Harburg gelebt hat. Das ist zwar weiter oben, aber auch noch in Deutschland. Du weißt schon oben im Norden, da wo die Menschen alle groß, blond und… egal ich schweife ab. Also Atta hatte scheinbar Komplizen in Duisburg und die Komplizen sind in die Moschee in Duisburg gegangen… richtig, darum ging’s ja, Moscheen verhindern… ich hatte es schon fast wieder vergessen.

Also weiter, Du beklagst, dass die deutschen Parteien nichts machen, sich den Zusammenhängen zwischen der „wachsenden islamischen Parallelgesellschaft in muslimisch geprägten Einwandererghettos und der Gefahr islamistischen Terrors“ versperren. Wie jetzt Ghettos? Hast Du nicht grade noch gesagt, dass die Hassprediger, Fundamentalisten… vor unserer Haustür sitzen? Wie kommen die denn jetzt ins Ghettos? Meinst Du Köln-Ehrenfeld? Die Ecke wo Du versucht hast gegen den Moscheenbau zu protestieren? Hat damals nicht ganz so geklappt wie Du Dir das vorgestellt hast, hm? Naja, ist ja auch nicht leicht mit Frau Wolter, die scheint ja nur bedingt linientreu zu sein, verdammt, ich schweife schon wieder ab. Sorry.

Ehrlich? Ich versteh das nicht, und werde auch das Gefühl nicht los, dass Du selber keine Ahnung hast, wovon Du sprichst. Du beklagst die „kulturelle und ethnische Überfremdung“ unserer Städte, willst die „Ausbreitung der islamischen Parallelgesellschaft“ unbedingt verhindern und meinst, dass das Recht auf die freie Religionsausübung nicht das Recht auf „protzige Großmoscheen“ beinhaltet. Du betonst auch, dass der Gesetzgeber hier „mit Mitteln des Baurechtes und anderer Verwaltungsvorschriften“, quasi von hinten durch die Putzfrau ins Auge, aber will ja leider nicht… und deshalb siehst Du Dich veranlasst in unser aller Namen mal auf den Tisch zu hauen und klarzumachen, dass da so nicht geht und dann forderst Du mich auf Unterschriften für eine Petition zu sammeln, die den Moscheenbau verhindert. Ich hab immer noch nicht verstanden, was der Umstand, dass ich vor den Terroristen vor meiner Haustür (die waschen übrigens immer noch Autos) in Acht nehmen soll, mit dem Bau einer Moschee zu tun hat, ausser, dass Dir die generell scheinbar als zu protzig erscheint.

Aber egal, jetzt sag ich Dir mal was, ich mag das nämlich überhaupt nicht, wenn jemand meint, er könne sich hinstellen und behaupten er spreche für mich. Ich bin dankbar für die kulturelle Vielfalt in unseren Städten, für die daraus gewachsene Toleranz, die in vielen eher ländlich geprägten Regionen noch nicht angekommen ist. Ich bin froh und dankbar in einer Gesellschaft zu leben, in der die Hautfarbe und der Glaube eines Menschen nicht seinen Wert bestimmt. Ich bin froh darüber, dass unsere Strassen und Wohngegenden immer bunter werden, empfinde das als Bereicherung und bin fest davon überzeugt, dass wir nur davon profitieren können, wenn wir einander offen begegnen und uns bemühen von ein ander zu lernen. Und ich bin dankbar dafür, dass der Gesetzgeber nicht mit verdrehten Vorschriften versucht den Bau von Moscheen oder anderen Gotteshäusern zu verbieten. Integration ist eine gute Sache, aber sie muss auf beiden Seiten geschehen, nicht nur der der nach Deutschland zieht muss versuchen sich zu integrieren, auch der, der zur Seite rückt und ein wenig Platz für den macht, der dazu kommt, muss bereit sein, anzuerkennen, dass er damit auch Raum für Fremdes und Unbekanntes macht. Eine Moschee zu zulassen ist ein wenig wie im Schrank ein paar Regelbretter freizumachen, für den Partner der in Deine Wohnung gezogen ist. Man bereitet gemeinsam ein zu Hause. Und ich glaube wir sind auf einem guten Weg hier, wenn auch lange noch nicht am Ziel. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, wo wir heute während, wenn Völker nicht wandern würden? Wenn die Menschen sich nicht „mischen“ würden?

Und ganz ehrlich? Wenn ich keinen anderen Grund hätte dankbar für die kulturelle und ethnische Vielfalt zu sein, so wäre ich es spätestens jetzt, nachdem ich diesen Dreck aus meinem Briefkasten ziehen musste. Denn mit Kroppzeug möchte ich weiß Gott (Allah, Jehova, Buddha,…) nicht allein sein.

Übrigens: Die Attentäter von Winnenden, Emsdetten und Weimar waren Deutsche um nur einige Beispiele zu nennen. Jede Gesellschaft hat ihre schwarzen Schafe, schaut nur in den Spiegel, da seht ihr die besten Beispiele dafür!

11000 BauchtänzerInnen für Köln – Kölsches Bauchtum gegen Faschoköppe / am 20.09.08

Liebe Jecken!
Weil wir der „Anti-Islam-Kundgebung“ von „Pro Köln“ nicht die Bühne überlassen wollen, möchten wir symbolträchtige 11000 BauchtänzerInnen gegen die rechtsradikale Haßkampagne mobilisieren.

Dafür brauchen wir Eure Unterstützung! Mitmachen kann jeder, der Lust hat Bauch zu zeigen und/oder, sich kostümiert in den Hüften zu wiegen. Ausserden suchen wir Musiker, die orientalisch klingen (können) und Unterstützer, die diese jecke Idee mit ihrem guten Namen weiterverbreiten.

Alles weitere ergibt sich, der Treffpunkt wird am 20.09. um 11 Uhr 11, wahrscheinlich im Rheingarten/Altstadt sein (Genaueres beizeiten!). Wir wollen die ganze Sache mit möglichst wenig Organisation über die Bühne bringen, also im modernisierten Schneeballsystem über Internet/Websites, gute Verteiler in viele Teil-Szenen und Flyer. Comcologne bringt hintergründige Infos über Bauchtanz und aktuelle Meldungen.

In freudiger Erwartung!
Euer Bauchkommitee

Wer die jecke Aktion namentlich unterstützen möchte, bitte melden!
Mehr Infos bald auf www.comcologne.de,
www.11000baeuche.de und www.humba.de

Keinen Fußbreit

800 Leute im Nieselregen bei 4-6 Grad stundenlang eingekreist von einer Polizeieinheit in Kampfmontur, hin und wieder wird skandiert „Ihr werdet‘s nicht vermuten, wir sind die Guten“. Aus dem Kreis, dem Polizeikessel, gibt es genau einen Ausgang: Durch die Schleuse, in der Personendaten erfasst werden und an deren Ende eine Anklage auf Landesfriedenbruch wartet.

Das war die Situation im Spätherbst ’98 auf der Ecke Kaiser-Karl-Ring/Römerstr. Eingekreist waren aber nicht die rechtsdrehenden Demokratiefeinde bei ihrem bisher letzten organisierten Auftritt in Bonn, sondern diejenigen, die gegen den braunen Mob auf die Straße gegangen sind: Schüler, Studenten, normale Bürgerinnen und Bürger & eine Antifa-Einheit. Die soll irgendwann eine Flasche in Richtung Polizei geworfen haben. Darum der Kessel. Darum die zu erwartende Anzeige auf Landesfriedensbruch. Die wenigsten der Eingekreisten haben den Flaschenwurf mitbekommen. Die wenigsten wollten den Rechten die Straße überlassen oder sich gar erkennungsdienstlich erfassen lassen. Darum hieß es ausharren in der Kälte und im Regen.

Die Stimmung war trotzdem locker. Zwei kleine Transistorradios versorgten den Kessel Buntes mit den Bundesligaergebnissen. Sprechchöre machten die Runde. Einige Stunden später gab es Freßkörbe und Getränke, die die Anwohner der Kreuzung organisiert haben, um uns nicht ganz so blöde im Regen stehen zu lassen. Ausgehandelt wurde das auf politischer Ebene. Denn in der Beethovenhalle fand zeitgleich ein Bundesparteitag der Grünen statt. Die haben eine Delegation in die Verhandlungen mit der Polizei bzw. dem Regierungspräsidenten geschickt. Am Ende – nach ca. sechs Stunden – die Erlösung. Der Kessel wurde geöffnet. Ohne Personendaten abzuliefern, ohne Anzeige.

Später war zu lesen, dass alle, die durch die Schleuse raus sind, in Turnhallen verfrachtet und dort festgehalten wurden. Selbst der Generalanzeiger echauffierte sich über den rüden, unangemessenen Umgang mit minderjährigen Schülern, die, ohne den Eltern bescheid zu geben, bis spät in die Nacht festgehalten wurden. Gegen den Flaschenwerfer wurde Anzeige erstattet und es kam zur Verhandlung. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Aber, dass ’98 die Verteidiger der Demokratie mitgefangen wurden, war ein absoluter Fehltritt der für den Polizeieinsatz Verantwortlichen.

Trotzdem oder gerade deshalb: Wenn morgen das neonazistische »Aktionsbüro Mittelrhein« mit einer Demonstration durch Bonn-Duisdorf marschiert, heißt es wieder „Keinen Fußbreit den Faschisten“. Die rechte Demonstration richtet sich gegen die »Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien« und soll um 12.00 Uhr am Duisdorfer Bahnhof beginnen.

Bonnerinnen und Bonner wollen diesen Nazi-Aufmarsch nicht, weder hier noch anderswo! Deshalb haben sich vom DGB über die Antifa bis zum evangelischen Pfarrbüro über hundert Organisationen zusammengefunden, um das Bündnis »Kein Fußbreit den Faschisten« zu gründen. Für das Bündnis ist klar, diesen Gruppen darf kein Raum für rassistische und antisemitische Hetze gegeben werden. Demokratie ist zu kostbar, um sie ihren Feinden zu überlassen.

Treffpunkt der Gegendemo ist am 12. Juli um 8 Uhr das DGB-Haus. Von dort aus nimmt die Bürgerdemo ihren Anlauf – phantasievoll, friedlich und wirkungsvoll!
Weitere Aktionen sind am selben Tag geplant, um zu zeigen, wie Bonn tickt: Jede und jeder ist uns willkommen, egal welcher Herkunft und Hautfarbe – aber die Nazis nicht!

Demo-Verlauf

  • 8 Uhr Treffen DGB-Haus

ab 9 Uhr Gemeinsame Demo und Dauerkundgebung
nach Duisdorf zum Kundgebungsplatz Hermann-Wandersleb-Ring/Rochusstraße/Provinzialstraße (Nähe Bundesprüfstelle)
Dort Dauerkundgebung und Infos bis zum Ende des Nazi-Spuks und gemeinsame Abschlusskundgebung
Anmelder: DGB Bonn

  • 10.30 Uhr weitere Demo

vom Kundgebungsplatz zur Mahnwache Ladestraße (Nähe Bahnhof Duisdorf).
Geplanter Demoweg: Nordroute: Meßdorfer Feldweg, Heerweg, Alter Heerweg, Ladestraße.
Je nach Lage wird in Absprache mit der Polizei ggf. spontan eine kürzere südliche Route gewählt.
Anmelder: Friedenskooperative

  • weitere Mahnwache

Kulturzentrum Hardtberg (Ecke Derlestraße/Am Burgweiher)
Anmelder: Freie Bildung Bonn (FBB)

Aktuelle Informationen unter: www.bonn-stellt-sich-quer.de
Kostenbeteiligung: DGB-Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg, SEB Bank Aachen, BLZ 390 101 11,
Konto 1000 200 600, Verwendungszweck: Kein Fußbreit den Faschisten
V.i.S.d.P.: Bündnis „Kein Fußbreit den Faschisten“, c/o DGB-Region Bonn/Rhein-Sieg/Oberberg, Ingo Degenhardt, Endenicher Str. 127, 53115 Bonn

vorbeigekommen

Auf dem Weg nach Speyer ist die Raumfähre Buran an Bonn vorbeigekommen. Norbert S. hat sich für uns ins Freie gewagt und Photos mitgebracht. Vielen Dank.

Bonn auf dem Weg des Bogens

Gelegentlich besteigen Fahrgäste mit seltsamem Gepäck den Bus Richtung Sportpark Nord. Ein wenig umständlich bugsieren sie ein langes Kunstlederfutteral in den Bus und auf dem Parkplatz des Sportparks tauchen dann noch ein paar Leute mit diesem merkwürdigen Utensil auf. Man müsste schon Japaner sein, um gleich zu erkennen: Die gehen zum japanischen Bogenschießen (Kyudo).

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Die Zielscheibe hat einen Durchmesser von 36 cm – aus 28 Metern Entfernung betrachtet ist das ganz schön klein. Etikette und Zeremoniell gehören zum Kyudo. Verbeugen und Knien wollen (mühsam) erlernt werden – die Anfänger tragen es mit Fassung und Würde

Als ich vor fünf Jahren von Hamburg nach Bonn kam, stellte sich bald ein (aber auch wirklich nur ein) Mangel dieser schönen Stadt heraus: In Bonn gab es keine Möglichkeit, Kyudo zu üben. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg (die Silbe „do“ im Wort Kyudo bedeutet übrigens auch „Weg“, „kyu-do“ ist also der „Weg des Bogens“) … In die Küchentür meines Appartements in Godesberg wurde ein Pfeilfang eingehängt, und so konnte ich fürs Erste zuhause schießen (die Deckenhöhe reichte zum Glück aus, denn um den langen Bogen zu heben, muss man schon ein bisschen Platz nach oben haben). Und es fanden sich auch bald die beiden ersten lernbegierigen Schüler ein.

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Kyudo-Stilleben mit Pfeilen … und mit Bögen im Bogenständer (die Bögen sind etwa 2,20 Meter lang)

Aber mein Zimmer-Dojo war natürlich kein Dauerzustand. Nach unserem endgültigen Umzug nach Bonn und als der Kreis der Kyudo-Interessenten immer größer wurde, mussten wir eine etwas kyudo-gemäßere Lösung finden. Mit viel Glück fanden wir (neben meinem Mann und mir gab es zu dieser Zeit noch einen dritten unbehausten Kyudoka in Bonn) im „Bauch“ der Tribüne des Bonner Fußballstadions einen Platz, wo wir sogar die volle Schießdistanz von 28 Metern zur Verfügung haben. Das Ambiente in der sog. Untertribüne erinnert zwar mehr an eine Rumpelkammer als an ein stilvolles japanisches „kyu-dojo“ und im Winter ist es da auch bitter kalt – aber was hilft’s? Nachdem wir im April 2006 unser „dojo“ mit drei „mato“ (Zielscheiben) in Betrieb genommen hatten, boten wir schon im Herbst 2006 den ersten Kyudo-Anfängerkurs in der langen Geschichte Bonns an – mit erstaunlich großer Resonanz. Mittlerweile hat sich eine sehr engagierte Gruppe von 16 Fortgeschrittenen und Anfängern entwickelt, die zweimal wöchentlich gemeinsam trainiert.

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Bei Prüfungen und Wettkämpfen folgt das Schießen einer genau festgelegten Abfolge in der Gruppe. Aus kurzer Distanz wird auf eine Rolle dicht geschnürtes Reisstroh (das „makiwara“) geschossen (Sven Zimmermann, Leiter der Bonner Kyudo-Gruppe, beim Sportfest des SSF auf dem Münsterplatz).

Anfang Oktober 2007 veranstalteten wir dann das „1. Bonner Kyudo-Wochenende“ mit einem 40-Pfeile-Wettkampf („Kitty-Cup“) am Samstag und einem Lehrgang am Sonntag – aufmerksamen Lesern des Sportteils des Generalanzeigers wird dies nicht entgangen sein …

Und nun ist bereits der zweite Anfängerkurs in vollem Gange. Bonn hat sich wirklich innerhalb kürzester Zeit zu einer Kyudo-Stadt entwickelt. Jetzt wird unser „dojo“ mit seinen drei Zielscheiben schon recht knapp für die wachsende Gruppe. Das nächste Ziel ist damit klar: Wir brauchen eine große Halle. Oder eine Fabriketage. Oder ein langes schmales Grundstück für ein eigenes Dojo. Ach ja: und ein kleines Lotto-Jackpöttchen …

Infos und mehr unter www.rhein-dojo.de

(Monika Nadler)