janz weit draussen

Märchenwald Bad Breisig

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Kurz gesagt: verzichtbar.

Etwas ausführlicher: Gleich hinter der Eisenbahnstrecke gehen die Treppenstufen hoch zum Eingang des Märchenwaldes in Bad Breisig. Der Eingang ist menschenleer, bezahlt wird am Ende. Der Weg mit den einzelnen Stationen hangelt sich in Serpentinen den steilen Hang hoch. Kitschig sind die ruckelig animierten Puppen gewöhnlich immer in diesen Märchenwäldchen. Dumm ist hier, dass nur eine kurze Szene aus dem jeweiligen Märchen vorgespielt wird und man auch auf den Tafeln keine Kurzfassung der Geschichte zum vorlesen hat. Nichts also für nicht textsichere Kinder.

Am Ende angekommen erwartet einen ein Kiosk mit mehren Tischen und Aussicht auf das Rheintal. Letztere wird einem durch die Optik der ganzen Örtlichkeit allerdings gleich wieder vermießt. Das Speisenangebot kann dabei auch nichts mehr wettmachen. Neben dem SB-Restaurant gab es noch einen wenige Quadratmeter großen Spielplatz. Einige Geräte haben dort trotz Eintritt von 15 € auch noch einen Münzeinwurf. Aber der Rückweg ausserhalb des Märchenwaldes runter ins Tal zum Ausgangspunkt ist ganz nett.

Märchenwald Bad Breisig, Am Kesselberg 19, 53498 Bad Breisig, Blick von oben

Rheinsteig

rheinsteig

Das Wetter am Samstag hat es möglich gemacht: wir waren wandern. Die Entscheidung fiel auf den in Bonn startenden Rheinsteig, der als Fernwanderweg unsere Stadt mit Wiesbaden verbindet. Vorab gut informieren und eine Teilroute wählen kann man auf der anschaulichen Website zum Weg, wo es die Teilstrecken sogar als GPS-Daten zum Download gibt. (Irgendwie lustig ist auch die Aufstellung von Verkehrsbehinderungen unter der Rubrik Wegemanagement.)

Wir wählten die Strecke St. Goarshausen nach Kaub, die alle Sterne in der Rubrik erlebniswert hat. Mit ihren 6 Stunden, gut 22 km und 823 Höhenmetern wird sie als Königsetappe beschrieben. Schließlich hat man auch die Loreley inklusive. Es war eine gute Wahl: es gab eine Herbstwanderung, die mit den bunten Blättern der Weinreben und Bäume nicht hätte schöner sein können. Jedenfalls wenn man das Glück von Sonne und fehlendem Niederschlag hat. Tolle Ausblicke und Perspektiven und die Erkenntnis, dass man von Bonn gar nicht weit fahren muss, um Urlaubsfeeling (und Muskelkater) zu bekommen. Wer ein bisschen Mogeln will, erspart sich die erste Stunde mit dem Auftstieg zum Patersberg mit dem Dreiburgenblick. Danach muss man nämlich wieder ganz runter ins Tal, um gleich im Anschluss wieder ganz hoch kraxeln zu müssen.

Im Resümee ein prima ausgezeichneter (weißes R auf blauem Grund), reizvoller Wanderweg, von dem wir sicher nicht die letzte Etappe gewandert sind.

Der Alte aus Rhöndorf

„Im Politischen halte ich Konrad Adenauer für den Größten, weil er wirklich nach dieser schlimmen Nazizeit dieses Land wieder in die Weltgemeinschaft zurückgeführt hat. Und das halte ich für ein Riesen-Verdienst“, erklärte Bodo H. Hauser vor einigen Jahren.

Westintegration, Beginn der deutsch-französischen Freundschaft und Aussöhnung mit dem Staate Israel sind die Schlagworte der Kanzlerschaft des Alten. Heute vor 60 Jahren, am 15. September 1949 wurde er mit nur einer Stimme Mehrheit – seiner eigenen – vor Kurt Schumacher vom Bundestag zum ersten deutschen Bundeskanzler gewählt. Auch, wenn in den 60ern die Bundesrepublik demokratisch gelüftet und zum Glück vom (innenpolitischen bzw. kulturellen) Mief der Adenauerjahre befreit wurde: Konrad Adenauer war ein Glücksfall für die junge Republik – gerade in der Außenpolitik – und bleibt einer der größten Politiker Deutschlands. Drum an dieser Stelle ein: Chapeau!

Eine Phoenix-Führung durch das im Original erhalten gebliebene Haus Konrad Adenauers in Rhöndorf

Bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 wurde Konrad Adenauer als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises 10 „Bonn Stadt und Land“ mit 54,5 Prozent der Stimmen in den Deutschen Bundestag gewählt. Er vertrat den Wahlkreis Bonn bis zu seinem Tod 1967 und wurde bei den fünf Bundestagswahlen 1949 bis 1965 mit Mehrheiten von bis zu 68 Prozent jeweils direkt gewählt.

Jonathan Meese – Erzstaat Atlantisis

Bereits seit Mai, aber nur noch bis 30. August ist im Arp Museum, Bahnhof Rolandseck, noch Jonathan Meeses Ausstellung Erzstaat Atlantisis zu sehen / zu erleben.

„Nur in der Kunst kann gelingen, was in der Wissenschaft auf immer Unmöglichkeit bleiben wird: die Auffindung von Atlantis. Diesen mythischen Ort traumatischer Verzweiflung und sehnsuchtsvoller Hoffnung hat Jonathan Meese für sich entdeckt. Der international agierende Maler, Bildhauer, Wort-, Klang- und Aktionskünstler errichtet in Rolandseck den »Erzstaat Atlantisis«. Seine szenographische Inszenierung aus Bronzegussplastiken, Gemälden, Installationen und Klangkollagen führt von der Wasseroberfläche in die Tiefe und wieder empor – vom Rheinufer hinein in den Berghang und 40 Meter hinauf in den lichtdurchfluteten Bau des Arp Museums von Richard Meier. Das versunkene Inselreich ist hier als »Antirealität« erlebbar, die mit Utopie gefüllt werden möchte. In Meeses Rolandsecker »Saalstaat« herrscht die »Diktatur der Kunst«, die sich mit spielerischer Leichtigkeit und dem nahezu vollständig präsentierten bildhauerischen Werk einer der ältesten Utopien der Menschheit annimmt.“

Am 30. April hatte Meese, „der Meister der krawalligen Kunst„, bei einer Performance am Rolandseck den Erzstaat Atlantisis ausgerufen. Das Programm beinhaltete unter anderem auch einen »Lustmarsch« von Bazon Brock, eine Lesung von Brigitte Meese (der Mutter von Jonathan Meese), Podiumsgespräche und eine Interpretation des im Theresienstädter Konzentrationslager entstandenen Librettos von „Der Kaiser von Atlantis“ von Franz Peter Kien durch das Junge Theater Bonn-Beuel.

Wer also nach dem Urlaub im ausklingenden Sommer im Moment nicht so recht weiß, was er grade machen soll, der könnte es mit einem Ausflug ans Rolandsecke versuchen und sich ein wenig Kultur antun 😉

Nicht als die Wahrheit: THE TRUTH ABOUT

Nach miaomio ist mit den Köln-Bonnern THE TRUTH ABOUT eine weiteres „Fräuleinwunder“ am Start – auch, wenn die eine Gitarre von einem jungen Mann bedient wird. Sie seien eine „emanzipierte ‚Mädchenband‘ mit Alibi-Gitarristen“ heißt es in der Selbstanzeige dazu. Das Debütalbum ist im Juli herausgekommen, nennt sich „You Win Some You Lose Some“ und lässt sich zwischen Indie-Rock und tanzbarer Club-Mucke einordnen – man kann auch einfach Gitarrenpop sagen. Heute Abend gibt’s einen Gig der vier auf dem Brühler Strassenfest (Thüringer Platz in Brühl-Vochem, 19:45 Uhr). Wir sagen: Hingehen!

Ökomarkt und Biobauer

Eine gute Einrichtung für den Einkauf von Lebensmitteln aus der Region ist der wöchentliche Ökomarkt hinter dem Münster auf dem Martinsplatz. Die Obst-, Gemüse-, und Käsehändler, Metzger und Bäcker finden sich dort mittwochs und samstags zwischen 9 und 15 Uhr ein. (Blick von oben)

Hofladen Bio-Bauer Palm

Neben anderen auf dem Markt vertreten ist der Bio-Bauer Palm, dessen Hofladen auch jenseits der Marktzeiten geöffnet hat. Der Hof liegt im zu Bornheim zugehörigen Uedorf ein wenig nördlich von Bonn und ist auch gut durch die Straßenbahn 16 erreichbar. Neben dem Hofladen gibt es auch noch einen kleinen Kinderspielplatz mit Kaninchenstall. Die Bedienung im Laden ist ausgesprochen nett und bemüht – mehr als man vom Markt gewöhnt ist.

BioBauer Palm, Bornheimer Straße 30, 53332 Bornheim, Fon 02222 81887, www.biobauerpalm.de, Öffnungszeiten Hofladen: Mo 9-14 h, Di-Fr 9-18:30 h, Sa 9-14 h, in der Spargelzeit auch So 9-13 h, Blick von oben

Der Himmel über Bonn

Leuchtende Nachtwolken oder auch NLC (noctilucent clouds) haben was vom Nexus aus Star Trek „Treffen der Generationen„. Silbern oder bläulich glänzenden Bänder und Wellen schwirren durch den Luftraum…

Vorgestern hatten wir scheinbar den Nexus über Bonn. Ich hab nur einen sehr beeindruckend leuchtenden Himmel gesehen, aber Stefan K hat es als NLC ausgemacht und fotografiert (auch: meteoros.de). Very spacy!

Die leuchtende Nachtwolken treten in besonders großer Höhe von 83km auf, normalen Wolkenarten erreichen Höhen bis etwa 13km. So werden NLC auch noch lange nach Sonnenuntergang beleuchtet. Im Allgemeinen erscheinen die NLC nur im Zeitraum von Mai bis August, da nur in diesem Zeitraum die, für die Entstehung notwendigen, besonders niedrigen Temperaturen (< 140 K) erreicht werden. Die besten Beobachtungschancen bestehen vom letzten Junidrittel bis Anfang Juli.

Bonn, maritim

Die Bonner Personen-Schifffahrt (BPS) eröffnet heute am Karfreitag, die Saison auf dem Rhein. In diesem Jahr feiert sie außerdem ihr 80-jähriges Bestehen im Rheintourismus. Auch die Godesberger Personenschifffahrt Siebengebirge startet heute wieder.

Die Bonner Personen Schiffahrt besteht aus fünf Familienbetrieben, denen jeweils ein Schiff gehört: „Moby Dick“, „Wappen von Bonn“, Beethoven“, „Poseidon“ und „Filia Rheni“. Wer bisher noch nie eine Rheintour per Schiff gemacht hat, sollte dies schleunigst nachholen – wer es kennt, fährt eh noch mal. Für die kleine Tour seien die “Panoramafahrten rund um das Siebengebirge” empfohlen, als großes Kino die “Tagesfahrt zur Loreley”. Hört sich altbacken an, ist aber wirklich empfehlenswert. Nicht umsonst ist 2002 das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen / Rüdesheim und Koblenz in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Den Fahrplan der BPS gibt es hier, die Themenfahrten hier.

Siehe auch: Joethe statt Plastik