schäl sick

10. Skandinavische Filmtage

vom 23. April bis 29. April im Kino in der Brotfabrik, Kreuzstraße 16 in 53225 Beuel bzw. im Rheinischen Landesmuseum, Bachstraße 5-9, 53115 Bonn. Das Programm als PDF.
Eine Kartenreservierung ist online möglich.

Donnerstag, 23.04.09 19:00 Uhr Brotfabrik
DIE REBELLION VON KAUTOKEINO (KAUTOKEINO-OPPRØRET)
Norwegen 2008
96 Min; OmU
Regie: Nils Gaup

Freitag, 24.04.09 21:00 Uhr Brotfabrik
SO FINSTER DIE NACHT (LÅT DEN RÄTTA KOMMA IN)
Schweden 2008
115 Min; OmeU
Regie: Tomas Alfredson

Samstag, 25.04.09  19:00 Uhr Brotfabrik
DIE UNFREIWILLIGEN (DE OFRIVILLIGA)
Schweden 2008
98 Min; OmeU
Regie: Ruben Östlund

Sonntag, 26.04.09 19:00 Uhr Brotfabrik
DIE INSEL DER SCHWARZEN SCHMETTERLINGE (TUMMIEN PERHOSTEN KOTI)
Finnland 2008
105 Min; OmeU
Regie: Dome Karukoski

Montag, 27.04.09 19:00 Uhr Brotfabrik
AUFKOMMENDER STURM (Veðramót)
Island 2007
102 Min; OmeU
Regie: Guðný Halldórsdóttir

Dienstag, 28.04.09 19:30 Uhr Rheinisches LandesMuseum
O´HORTEN
Norwegen 2007
91 Min; OmU
Regie/Drehbuch: Bent Hamer

Mittwoch, 29.04.09 21:00 Uhr Brotfabrik
Skandinavischer Kurzfilmabend:
UNDERSTRØM (UNDERCURRENT)
Dänemark 2008
9 min; OmeU
Regie: Karoline Lyngbye Pedersen

TVANGSINDLÆGGELSE (COMMITTED) Fiktion
Dänemark 2007
19 min; OmeU
Regie/Drehbuch: Kim Lysgaard Andersen

DREAMSCAPE
Schweden 2007
5 min; ohne Dialog
Regie/Drehbuch: Pelle Hybbinette

LÖGNER (LÜGNER)
Schweden 2008
13 min; OmeU
Regie: Jonas Odell

MIN MORBROR TYCKTE MYCKET OM GULT (MEIN ONKEL LIEBTE DIE FARBE GELB)
Schweden 2008
9 min; OmeU
Regie/Drehbuch: Mats Olof Olsson

HELENE
Dänemark 2008
10 min; OmeU
Regie: Jonas Kangas

IND I HIMLEN (IN DEN HIMMEL)
Dänemark 2008
21 min; OmeU
Regie: Christian Juul Mikkelsen

Obst- und Gemüseabo

Schon eine Weile war das Abonnieren einer Gemüsekiste bei uns Thema. Länger gezweifelt hatte ich daran, mir wöchentlich irgendeine Zusammenstellung »aufzwingen« zu lassen, obwohl ich auch einfach in einem Bioladen meines Vertrauens genau die Sachen kaufen kann, die ich haben will. Aber der nun schon Monate dauernde Test hat mich doch überzeugt:

  • wir bekommen jede Woche bequem eine abwechslungsreiche Sammlung Obst und Gemüse frei Haus
  • wir können kostenfrei beliebige andere Dinge aus dem Sortiment des liefernden Bioladens dazu bestellen
  • man kocht mit Dingen, die man vorher noch nie genutzt hat, z. B. Schwarzwurzeln oder Kräuterseitlinge
  • Rezepte gibt es auch jede Woche dazu
  • unerwünschte Gemüse- und Obstsorten kann man generell ausschließen

Für die Bonner Gegend haben wir zwei Anbieter identifiziert: Momo aus Bonn-Nordost (die dürfen ja aus Amtsgründen nicht mehr Beuel heißen ;-)) und den Leyenhof. Außerdem wohl noch einige im Bonner Umland. Wir haben uns für Momo entschieden, weil wir deren Momo-Infos lustig fanden. Bisher haben wir es nicht bereut. Es klappt immer zuverlässig und bis ein Tag vor Lieferung kann man Änderungen oder Zubestellungen mitteilen. Wenn man im Urlaub ist, kann man kurzfristig abbestellen und der komplette Ausstieg ist auch nicht mit längeren Fristen oder Fußangeln versehen. Alle sonstigen und nötigen Infos gibt es auf der Momo-Website.

Bioladen Momo e.K., Hans-Böckler-Strasse 1, 53225 Bonn, Blick von oben, Mo & Di & Do & Fr zwischen 14 und 18 Uhr Fon 0228 549070, Fax 0228 549072, abo(at)bioladen-momo.de

Beuel genichtet

Das Autobahndreieck Beuel gibt’s nicht mehr. Ab sofort heisst die Verbindung von der A 562 zur A 59 »Dreieck Bonn-Nordost« mit den Ausfahrten Bonn-Vilich und Bonn-Pützchen. Schuld ist das Verkehrsministerium NRW mit einem Erlass  für Städte mit über 100.000 Einwohnern: Dieser Erlass besagt, dass Hinweise nicht nur Ortsteilnamen wie Pützchen enthalten dürfen, sondern die Stadt vorweggesetzt sein muss.  Meine Seele schmerzt.

Revolte der Waschfrauen: Seit 185 Jahren feiern Möhnen in Bonn-Beuel Weiberfastnacht

Die Wiege der Weiberfastnacht steht in Bonn-Beuel: Vor 185 Jahren trafen sich Waschfrauen in dem damaligen Dorf zur weiblichen Karnevals-Revolte. Denn das Leben der Beueler Waschfrauen war in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts alles andere als spaßig. Kinderreiche Familien, Armut und schwere körperliche Arbeit – viele der verheirateten Frauen, im Rheinland Möhnen genannt, hatten ein hartes Leben. Neben der Erziehung der Kinder und dem Haushalt erledigten die Beueler Frauen auch die Wäsche der reichen Leute aus Bonn und Köln. Für den Transport der Wäsche waren die Männer zuständig. Und die hatten 1823 auf der Fahrt nach Köln den ersten Straßenkarneval miterleben dürfen, während ihre Frauen daheim arbeiteten.

Ein Jahr später wollten die Beueler Waschfrauen den Karneval nicht mehr nur den Herren der Schöpfung überlassen. Während die Männer am Donnerstag vor den tollen Tagen mit der Lieferung in Richtung Köln aufbrachen, legten die Frauen ihre Arbeit nieder und trafen sich zum närrischen Kaffeeklatsch. Es war die Geburtsstunde des Damenkomitees (heute: Altes Beueler Damenkomitee von 1824 e.V.) und die erste Schlacht der Waschfrauen gegen Griesgram und Muckertum. Die Beueler Damen trieben es recht heftig an diesem Tage, was lange durch ein Bauwerk belegt wurde: Die „keifende Waschfrau“, angebracht am Brückenpfeiler der alten Kennedybrücke. Leider wurde das Denkmal im Krieg zerstört.

Natürlich ließen die Frauen bei dem karnevalistisch-emanzipatorischen Befreiungsschlag auch ihrem Frust über die Männer freien Lauf: Alle Frauen hatten die Pflicht, über die groben Verstöße ihrer Männer gegen den Hausfrieden und die eheliche Treue oder über deren Alkoholexzesse zu berichten. Die Übeltäter waren selbstverständlich ausgeschlossen. Ihre Probleme wollten die Damen unter sich besprechen, denn unbeobachtet konnten sie sich ihren ganzen Frust von der Seele reden.

Beueler_Damenkomitee_1900_a.jpg
Das Älteste Bild des Beueler Damenkomitees: Um 1900

Dieser Brauch der Wäscherinnen überstand die unterschiedlichen politischen Epochen von der preußischen Besatzung über das Bismarck-Reich, die Monarchie, die erste Demokratie und die Nazi-Zeit bis hin zur Demokratie 2.0.

Mitte des 20. Jahrhunderts bliesen dann die Möhnen in Beuel zum ersten Sturm auf das Rathaus. Auch in den Amtsstuben wollten die jecken Weiber die Männerherrschaft durch karnevalistischen Frohsinn ablösen. Angeführt von der Obermöhne griffen die Weiber 1957 mit Waschknüppeln bewaffnet an. Der Bürgermeister und seine “Federfuchser” mussten sich angesichts der übermächtigen Frauenpower ergeben. Um die männliche Abwehr schneller zu schwächen, zog 1958 die Wäscherprinzessin als neue Symbolfigur mit in die Schlacht. Sie soll seither mit weiblicher List und den Waffen einer Frau die Männer im Rathaus zur Aufgabe bewegen.

Mittlerweile haben die Männer im gesamten Rheinland an Weiberfastnacht nichts mehr zu sagen. Kein Rathaus oder Chefbüro ist mehr sicher vor den jecken Weibern. In Bonn-Beuel hat sich die Weiberfastnacht zu einem Volksfest entwickelt. Bereits am Morgen zieht ein Karnevalszug mit Obermöhne und Wäscherprinzessin durch die Stadt, bevor gegen Mittag das Rathaus eingenommen wird.

Fahrplan für Donnerstag

Beueler Weiberfastnachtszug:

Aufstellung Siegburger Straße
Siegburger Straße, Königswinterer Straße, Gustav-Kessler-Straße, Obere Wilhelmstraße, Siegfried-Leopold-Straße, Gottfried-Claren-Straße, An St. Josef, Johann-Link-Straße, Hermannstraße, Friedrich-Breuer-Straße bis zum Rathaus –> dort Auflösung

Karte Zugweg

Rathaussturm:
09.30 Uhr Einstimmung mit den „Sunny Raindrops“
10.00 Uhr Musikgruppe „Jot Drop“
10.45 Uhr Musikgruppe „Kölsch Fraktion“
11.30 Uhr Musikgruppe „KBE“
ca. 12.15 Uhr Rathaussturm durch die Wäscherprinzessin
anschließend Platzkonzert mit den Beueler Stadtsoldaten

Der Rathaussturm wird live im WDR-Fernsehen übertragen.

update: Wie Bonn-Beuel berichtet, gibt es auch einen Livestream zum Rathaussturm.

Rheinisches Ocean Paradise

oceanparadise

Das wohl von außen optisch exotischste Chinarestaurant in Bonn ist das in der Nähe der Kennedybrücke ankernde Restaurantschiff »Zhang China Restaurant Ocean Paradise«. Auf zwei Decks finden hier bis zu 200 Personen Platz. Bei unseren bisherigen Besuchen war aber immer nur ein kleiner Bruchteil davon anwesend. Von den meisten Speisen wird der europäische Chinarestaurantgänger nicht überrascht. Wir haben uns heute zu einem »Menü des Drachen« hinreißen lassen. Das war gehobener Durchschnitt, qualitativ in Ordnung, aber mit einem Hang zum uniformen, frittierten, fettigen. Besser wäre wohl wie früher die Wahl eines Gerichts aus den Speisekarten-Rubriken Sa-Za-Gerichte (gewürzt mit einem speziellen chinesischen Gewürz, angeblich das Lieblingsgewürz von Paul Newmann), Tie Pan (Gerichte auf heißer Eisenplatte) oder Gourmet-Gerichte des Hauses (hier sind in jedem Fall die Namen der Gerichte authentischer). Ein Pluspunkt für Familien – weil Attraktion für den Nachwuchs – ist das Becken mit Fischen und Schildkröten auf dem unteren Deck. Bisher nicht testen konnten wir die abendlichen einstündigen Panoramafahrten am Wochenende bis zum Wasserwerk unterhalb der Oberkasseler Brücke und zurück. Das Schiff selber war übrigens die frühere Autofähre Königswinter II (Baujahr 1929), die 1988 vor der Verschrottung gerettet und zum Chinaschiff umgebaut wurde.

Zhang China Restaurant Ocean Paradise, Hans-Steger-Ufer 10, 53225 Bonn-Beuel, 0228 9763988, info@chinaschiff.de, Mo.-Fr. 11:30-15:00 und 17:30-23:00, Sa., So. und feiertags 11:30-23:00 h, Blick von oben