veranstaltungen

Metropol: Bürgerversammlung

„Welchen Stellenwert hat in Bonner der Denkmalschutz?“, fragen die Arbeitsgemeinschaft der Bonner Heimat-, Geschichts- und Denkmalvereine, die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung und der Arbeitskreis zur Erhaltung des historischen Stadtgefüges von Bonn.

Sie sehen „höchste Gefahr für das Metropol“ und laden zu einer Bürgerversammlung mit Podiumsdiskussion für Donnerstag, 9. März, ein. Beginn ist um 19 Uhr im Hörsaal 17 des Hauptgebäudes der Universität, Eingang von der Hofgartenseite, Nähe Koblenzer Tor.

Als Gäste auf das Podium eingeladen sind Landeskonservator Udo Mainzer, Stadtbaurat Sigurd Trommer, Kulturdezernent Ludwig Krapf sowie Vertreter des neuen Eigentümers, der Bürgerinitiative und beteiligten Vereine.

Punkrock am Rosenmontag

Ok, bevor das hier noch ein Heimatkunde-Blog wird: Am Rosenmontag gibt’s im Kult Punkrock vom Feinsten mit Dr. Ranzik, La Estrella Negra und special guest Heiter bis wolkig live – Die Roten Ratten. Völlig Karnevalswahnsinnige können aber auch noch nach dem ZOCH vorbeikommen, da (PÜNKTLICHER !) Beginn um 17 Uhr ist! Eintritt 6 €.
Vor allem Dr. Ranzig (Alle Kassen!) sollte mit dem ersten Konzert nach einem Jahr Pause und *neuneuneu* Herrn D. an dem Schlagstöcken von allen Karnevalswehwehchen heilen…

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Revolte der Waschfrauen: Seit 182 Jahren feiern Möhnen in Bonn-Beuel Weiberfastnacht

Die Wiege der Weiberfastnacht steht in Bonn-Beuel: Vor 182 Jahren trafen sich Waschfrauen in dem damaligen Dorf zur weiblichen Karnevals-Revolte. Denn das Leben der Beueler Waschfrauen war in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts alles andere als spaßig. Kinderreiche Familien, Armut und schwere körperliche Arbeit – viele der verheirateten Frauen, im Rheinland Möhnen genannt, hatten ein hartes Leben. Neben der Erziehung der Kinder und dem Haushalt erledigten die Beueler Frauen auch die Wäsche der reichen Leute aus Bonn und Köln. Für den Transport der Wäsche waren die Männer zuständig. Und die hatten 1823 auf der Fahrt nach Köln den ersten Straßenkarneval miterleben dürfen, während ihre Frauen daheim arbeiteten.

Ein Jahr später wollten die Beueler Waschfrauen den Karneval nicht mehr nur den Herren der Schöpfung überlassen. Während die Männer am Donnerstag vor den tollen Tagen mit der Lieferung in Richtung Köln aufbrachen, legten die Frauen ihre Arbeit nieder und trafen sich zum närrischen Kaffeeklatsch. Es war die Geburtsstunde des Damenkomitees (heute: Altes Beueler Damenkomitee von 1824 e.V.) und die erste Schlacht der Waschfrauen gegen Griesgram und Muckertum. Die Beueler Damen trieben es recht heftig an diesem Tage, was lange durch ein Bauwerk belegt wurde: Die „keifende Waschfrau“, angebracht am Brückenpfeiler der alten Kennedybrücke. Leider wurde dieses Denkmal im Kriege zerstört.Natürlich ließen die Frauen bei dem karnevalistisch-emanzipatorischen Befreiungsschlag auch ihrem Frust über die Männer freien Lauf: Alle Frauen hatten die Pflicht, über die groben Verstöße ihrer Männer gegen den Hausfrieden und die eheliche Treue oder über deren Alkoholexzesse zu berichten. Die Übeltäter waren selbstverständlich ausgeschlossen. Ihre Probleme wollten die Damen unter sich besprechen, denn unbeobachtet konnten sie sich ihren ganzen Frust von der Seele reden.
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Das Älteste Bild des Beueler Damenkomitees: Um 1900

Dieser Brauch der Wäscherinnen überstand die unterschiedlichen politischen Epochen von der preußischen Besatzung über das Bismarck-Reich, die Monarchie, die erste Demokratie und die Nazi-Zeit bis hin zur Demokratie 2.0.
Mitte des 20. Jahrhunderts bliesen dann die Möhnen in Beuel zum ersten Sturm auf das Rathaus. Auch in den Amtsstuben wollten die jecken Weiber die Männerherrschaft durch karnevalistischen Frohsinn ablösen. Angeführt von der Obermöhne griffen die Weiber 1957 mit Waschknüppeln bewaffnet an. Der Bürgermeister und seine „Federfuchser“ mussten sich angesichts der übermächtigen Frauenpower ergeben. Um die männliche Abwehr schneller zu schwächen, zog 1958 die Wäscherprinzessin als neue Symbolfigur mit in die Schlacht. Sie soll seither mit weiblicher List und den Waffen einer Frau die Männer im Rathaus zur Aufgabe bewegen.
Mittlerweile haben die Männer im gesamten Rheinland an Weiberfastnacht nichts mehr zu sagen. Kein Rathaus oder Chefbüro ist mehr sicher vor den jecken Weibern. In Bonn-Beuel hat sich die Weiberfastnacht zu einem Volksfest entwickelt. Bereits am Morgen zieht ein Karnevalszug mit Obermöhne und Wäscherprinzessin durch die Stadt, bevor gegen Mittag das Rathaus eingenommen wird.
Fahrplan für morgen
Beueler Weiberfastnachtszug:
Start 9.45 Uhr an der Siegburgerstrasse, Umzug durch Beuel: Siegburger Straße – Marquartstraße – Unterführung – Beueler Bahnhofsplatz – Obere Wilhelmstraße – Siegfried-Leopold-Straße – Siegfried-Leopold-Straße – Gottfried-Claren-Straße – An St. Josef – Johann-Link-Straße – Hermannstraße – Friedrich-Breuer-Straße – Rathaus (Auflösung Hans-Böckler-Straße)
12.00 Uhr Sturm auf das Beueler Rathaus mit Wäscherprinzessin und den Damenkomitees

Rettet das Metropol

Am Mittwoch den 14. Dezember 2005 wurde das traditionsreiche Bonner METROPOL zwangsversteigert. Mit einem Gebot von 3,125 Millionen Euro erhielt die so genannte „Metropol Immobilien Management GmbH“ den Zuschlag. Die Vertreter der Firma mit Sitz in Ratingen bei Düsseldorf machen bisher keine Angaben über die zukünftige Nutzung der Immobilie. Nach Recherchen des Bonner Generalanzeigers verbirgt sich hinter der Gesellschaft jedoch „im wesentlichen das Ehepaar Barbara und Klaus Töpfer, das in dem Nachbarhaus wohnt und dort früher ein exklusives Herrenausstatter-Geschäft unterhielt“.Aus Sorge um den Erhalt des denkmalgeschützten Theatersaals im METROPOL haben sich in nur fünf Tagen über 6.000 Bürger an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Prominente Bonner wie der Kabarettist und Schriftsteller Konrad Beikircher oder SPD-Politiker Bernhard „Felix“ von Grünberg unterstützen die Bürgerinitiative zur Einhaltung des Denkmalschutzes für das älteste Kino Deutschlands. Die Unterschriftenlisten liegen weiterhin u. a. im METROPOL und den Stern-Lichtspielen am Marktplatz bereit oder können über diesen Link heruntergeladen werden. Mehr dazu auf der Seite www.rettet-das-metropol.de. Eine Bildergalerie: Hier.
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DIE BONNER REPUBLIK/REALITY BIT(E)S 31

Im Rahmen der Werkstatt-Reihe „Die Bonner Republik“ rekonstruiert eine dokumentarische Lesung die Ereignisse des „Deutschen Herbstes“ 1977. Am Samstag, 28. Januar, 20 Uhr, wird am Originalschauplatz, dem Kabinettstisch im ehemaligen Bundeskanzleramt, aus den Protokollen der Krisensitzungen im Herbst 1977 vorgetragen. Als Deutscher Herbst sind die Entführung von Hanns-Martin Schleyer und die Kaperung der Lufthansa-Passiermaschine „Landshut“ durch palästinensische Terroristen in die Geschichte eingegangen. Das Bundeskanzleramt in Bonn war in dieser Zeit Schauplatz der Krisensitzungen und Entscheidungen. Dem spürt die Inszenierung von Michael Neuwirth nach. Die Veranstaltung kann nur im Vorverkauf gebucht werden, da 14 Tage im Voraus eine Namensliste der Zuschauer eingereicht werden muss.


HERBST 77
SECHS WOCHEN IM KANZLERAMT
Ehemaliges Bundeskanzleramt
(jetzt Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit)
Adenauerallee 139 – 141

Vorverkaufsstellen

heim.at im pantheon

„Vom Anfang der Zeit bis zum Ende aller Dinge. Vom ersten Kopfhörer bis zur letzten Kreuzfahrt. Ein Programm im Zeichen der Zeit: ‚heim.at‘ ist eine abgründige Wendeltreppe in die Katakomben des österreichischen Unterbewusstseins. Ein komplexes Mosaik über die Ursachen und Folgen der Gegenwart. Gefügt aus persönlichen Erinnerungen und politischen Erfahrungen. Voll hintergründiger Zusammenhänge und optischer Täuschungen. Ein schillernder Trümmerhaufen, aus dem ganz zart die Hoffnung leuchtet.“

Durch „Indien“, der verfilmten Tragikomödie, die er zusammen mit Josef Hader schrieb, wurde Alfred Dorfer auch hierzulande bekannt. Inzwischen gehört er zur Cremè deutschsprachiger Polit-Kabarettisten.

Für Österreicher, besonders für österreichische Künstler, ist es derzeit nicht gerade leicht, sich mit ihrem Heimatland zu identifizieren. Seit dem Regierungswechsel weht Kunstschaffenden von höchster politischer Ebene starke Ablehnung entgegen. Das allerdings ist noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Und einer wie Alfred Dorfer wäre dazu auch gar nicht in der Lage. Statt dessen gräbt er tief. Buddelt sich hinunter in die Abgründe des österreichischen Unterbewusstseins. Und findet dort einen Scherbenhaufen, Brocken von Ursachen und Folgen der Gegenwart. Antritte, Skandale und Rücktritte prägen diese Zeit. Szenen so schnell wie Videoclips und kleine Hoffnungsschimmer prägen das Programm, das Dorfers viertes Solo ist. Unterstützt wird er dabei von einer vierköpfigen Band.
Pantheon, 5.1. bis 7.1 um 20 Uhr.