Schlagwort Archiv: Karneval

Zoch in Endenich

Zoch in Endenich 2010

Der soziale Druck zollt sein Tribut: Ich musste heute auf den Zoch in Endenich. Und habe bis zum Ende durchgehalten. Auch wenn man Süßigkeiten komfortabler bekommen kann. Aber was tut man nicht alles für die kommende Generation. Bevor unsere Wohnung brauchtumsmäßig dekoriert worden wäre, war der Schritt vor die Haustür dann doch das kleinere Übel. Und eigentlich ist es ja auch ganz nett – aber nur eigentlich. Und wenn es ganz schlimm kommt, muss ich nächstes Jahr nach dem Zug auch noch in die Harmonie, da soll im Saal für Kinder die Party überhaupt steigen – wie mir erzählt wurde.

Ich als Immigrant werde jedenfalls nie zur Überkompensation neigen was den Karneval betrifft. Und jetzt schreibe ich noch eine wichtige Frage zum Sonntag und suche mir dann einen neuen Job in Hamburg.

d’r Sound kütt 6 – Rosenmontag street carnival

Zum sechsten Mal gibt es jetzt den Rosenmontags Dance in der Altstadt.
Pünktlich zum Ende des Zugs startet das ZIONATION SOUNDSYSTEM ab 13 Uhr in der Dorotheenstraße, Ecke Adolfstraße. „Ausgelassener Dancehall Carnival für den Roadblock garantiert!“, sagen die Veranstalter.

Wer zwischendurch keine Karnevalslieder mehr hören kann, aber Straßenkarneval mag oder einfach nicht mehr in die Kneipe kommt, sollte unbedingt da hin. Es ist eine absolut gelungene Alternative zum Schunkeln. Sehr frisch, sehr jung, aber keine Alkopopkids!

Und heute Abend:

+++ SonderTermin +++ outta Carnival +++
BAR LUDWIG BONN, Freitag, 12. Feb 2010 ab 23:00h
ROOTS AN EINEM FREITAG ABEND
mit ZIONATION SOUNDSYSTEM
Eintritt: 4,-

Redeverbot für Prinz Amir

In der Münsterkirche findet heute eine Karnevalsmesse statt. Traditionell spricht dabei der Bonner Prinz ein Grußwort an die Karnevalisten. Aber nicht heute. Der Prinz hat Redeverbot bekommen. Als Hausherr der Kirche hat der Stadtdechant angeordnet, dass Prinz Amir nicht zu den Karnevalisten sprechen darf. Der Prinz soll schweigen, denn er ist Moslem. Mehr dazu beim WDR
Ziemlich verkniffen protestantisch, die Bonner Katholen.

Geisterzug 2009

Fast ist es geschafft, die tollen Tage sind (fast) vorbei und mit ihnen auch die berüchtigte fünfte Jahreszeit. Zum Glück ist man (ich) versucht zu sagen. Nachdem die Rudel gut gelaunten Menschenvolkes mitunter ohnehin nur schwer zu ertragen sind, kamen in diesem Jahr scheinbar erstmalig auch sogenannte Karnevals-Hooligans aus ihren Löchern. Wenn es nicht so traurig wär, würde man (ich) jetzt witzeln mögen, dass es wahrscheinlich einfach Menschen wie Du und ich waren, denen der saumselige Taumel der tollen Tage einfach zu viel geworden ist, aber ganz so war es wohl nicht. Wie dem auch sei, das war janz weit draussen, nämlich vorrangig in Kölle und in  Bonn gings dann doch vergleichsweise ruhig zu.

Insgesamt zog Polizeidirektor Gerd Baltes von der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz der Bonner Polizei, eine positive Bilanz: „Die „närrischen“ Tage verliefen bislang ohne nennenswerte Zwischenfälle. An neuralgischen Örtlichkeiten, wo es unserer Erfahrung nach in den Vorjahren zu Streitigkeiten gekommen war, haben wir starke Präsenz gezeigt. Die direkte Ansprache von aggressiven Personen zeigte dabei eine deutliche Wirkung. Besonders Streitsüchtigen erteilten die Polizeibeamtinnen und -beamten Platzverweise. Gemeinsame Streifen der Bonner Polizei und des städtischen Ordnungsamtes überprüften in Verdachtsfällen, wie angekündigt, die feiernden Jugendlichen. Auch hier fruchtete die direkte Ansprache durch die Polizistinnen und Polizisten und das konsequente Einschreiten, wenn „Hochprozentiges“ bei den Jugendlichen festgestellt wurde.“

Und weil ich mich trotz reichlich Siegerländer Genmaterial und dem ein oder anderen überheblichen Achselzucken gegenüber Jecken, Narren, Strüssjer und Rumgebütze doch nicht mehr so ganz davon freimachen kann, dass es mitunter auch unterhaltsame Momente gibt, hier ein paar Bilder vom Antikarneval, diesmal aus Rodenkirchen und unter dem Motto: „Dr volljöhrije Ähzebär, die Meddelschich un ander ärm Kirchemüs“ und grade richtig für Anfänger (wenn mir nach einem fast dreistündigen Fussmarsch schlussendlich nicht nur die Füße wehtaten).

Das erklärt einiges

Vom mittäglichen Essen unter KollegInnen ist mir der Satz »Karneval erträgt man nur im angetrunkenen Zustand« hängengeblieben. Und beschäftigt mich seither. Das wirft für mich Nicht-Alteingesessnen ein ganz neues Licht auf das Rudelbesäufnis mit Pseudofrohsinn hier in der Region: Die haben alle gar keinen Spaß dran, die haben nur einen hinter der Binde sitzen, um es zu ertragen – Da wird einem der Menschenschlag hier doch gleich noch sympathischer.

Für mich ist das dennoch keine richtige Alternative, mit dem Problem umzugehen. Ich fahre heute wieder in’s Exil. Solange der Nachwuchs einen noch lässt, sollte man die Chance nutzen.