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Uni Bonn privatisiert Toiletten

Damit die gemeine Studentenschaft auch in der Lage ist, ein akademisch ordnungsgemäßes Häuflein zu setzen, beschloss der Senat der Uni Bonn am 6. November 2008 die Toiletten der Uni Bonn mittels Studiengebühren zu sanieren. Dieser Plan wurde nun aufgrund des Widerstands der Studierenden verworfen, denn nach dem Hochschulfreiheitsgesetz dürfen die Studiengebühren nur für die Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen verwendet werden. Die Studentenvertreter kritisierten, dass saubere und funktionstüchtige Sanitärräume zur Grundausstattung einer Universität gehören und daher vom Land zu finanzieren sind.

Doch der Innovationsgeist der Uni Bonn ist landesweit bekannt. Nicht nur, dass die Uni als eine der ersten Universitäten in Deutschland die Studiengebühren und dazu noch einen zusätzlichen Ausländerbeitrag eingeführt hat, nein, jetzt wird die Idee ins Auge gefasst, die Toiletten durch einen externen Betreiber verwalten zu lassen. „Ähnlich wie in Bahnhöfen und Autobahnraststätten müssten Benutzer dann für ihr Geschäft zahlen“, heißt es in der Pressemitteilung der Uni Bonn.

Ob nun Drehkreuze vor allen Räumlichkeiten angebracht werden oder man wie vor einer Diskothek mit Türsteher zusammenarbeiten will, ist noch nicht ganz geklärt. Auch gibt es den Vorschlag, die Cafeterien der Uni an Tank & Rast abzutreten, um so ein Wertgutscheinsystem für die Toilettennutzung zu installieren. Da ein Teil der Studentenschaft aufgrund der Studiengebühren sowieso schon an kronischem Geldmangel leidet, sollte auch darüber nachgedacht werden, kostengünstige Plumps-Klos Low-Budget-Toiletten im Innenhof der Uni aufzustellen, um unschöne Szenen auf der Hofgartenwiese zu vermeiden.