bnlog.de

Ein privates Blog über Bonn

Latest Posts

Vergessen Sie Ihr altes Leben!

neues leben.jpg
Demnächst vom selben Anbieter: „Mehr Arbeit durch Jobs“
Ab Sommer 2006: „Weniger Müdigkeit durch Schlaf“

Zweifelhafter Stern

Auch im diesjährigen Michelin-Führer taucht wieder ein Stern für Halbedel’s Gasthaus auf. Anlaß genug, noch ’mal mein letztes Erlebnis dort hervorzukramen.
Spätestens seit dem Buch von Pascal Rémy ist das Gerücht im Umlauf, dass es für Restaurants leicht ist, einen Stern zu behalten. Es wird einfach zu schlecht kontrolliert, so die These. Hat man erstmal einen Stern erkocht, könne man sich ausruhen.
Dieser Eindruck drängte sich uns bei einem Besuch von dem michelinbesternten Halbedel’s Gasthaus in Bad Godesberg auf. Wir hatten für 21 Uhr einen Tisch bestellt und kamen 20 Minuten zu spät. Nach einem bescheidenen Empfang dauerte es noch einige Zeit, bis der Chef sich bequemte, die Karte zu bringen. Er eröffnete uns, wir könnten kein Menü mehr bekommen, weil wir so spät gekommen seien. Auf die Frage, warum man uns das nicht bei der Reservierung gesagt hätte, antwortete er, um 21 Uhr wäre es ja noch gegangen. Rückfrage: »Wegen zwanzig Minuten wollen Sie uns kein Menü mehr servieren?« Antwort: »Es ist ja jetzt schon kurz vor zehn. Gnädigerweise durften wir dann noch drei Gänge bestellen. Na gut, dachten wir, lassen wir uns nicht den Abend verderben und genießen wir das Essen.
Doch das Essen war entäuschend für ein Restaurant dieser Preislage und Dotierung. Handwerklich absolut okay, aber aromatisch hervorsehbar und unspannend. So etwa das Niveau des früheren Hotelrestaurant Brasserie im Dorint Venusberg (dort gab es aber keinen Stern und das 3-Gänge-Menü kostete 25 €). Und der Service: Überhaupt nicht standesgemäß: anrempeln und quer über den Tisch servieren. Find’ ich ja normal nicht so schlimm, aber in dieser Preisklasse doch verwunderlich. Waren die zu hochnäsig uns gastfreundlich zu behandeln? Oder mittlerweile einfach Godesberger Dienstleistungsmuff? Schade.
Den anderen Bonner Michelin-Stern trägt das Restaurant l’orquivit im Dorint-Hotel auf dem Venusberg. Da gehen wir nächstes Mal hin.

Rheinspaziert

Oberkassel1.jpg

Rettet das Metropol

Am Mittwoch den 14. Dezember 2005 wurde das traditionsreiche Bonner METROPOL zwangsversteigert. Mit einem Gebot von 3,125 Millionen Euro erhielt die so genannte „Metropol Immobilien Management GmbH“ den Zuschlag. Die Vertreter der Firma mit Sitz in Ratingen bei Düsseldorf machen bisher keine Angaben über die zukünftige Nutzung der Immobilie. Nach Recherchen des Bonner Generalanzeigers verbirgt sich hinter der Gesellschaft jedoch „im wesentlichen das Ehepaar Barbara und Klaus Töpfer, das in dem Nachbarhaus wohnt und dort früher ein exklusives Herrenausstatter-Geschäft unterhielt“.Aus Sorge um den Erhalt des denkmalgeschützten Theatersaals im METROPOL haben sich in nur fünf Tagen über 6.000 Bürger an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Prominente Bonner wie der Kabarettist und Schriftsteller Konrad Beikircher oder SPD-Politiker Bernhard „Felix“ von Grünberg unterstützen die Bürgerinitiative zur Einhaltung des Denkmalschutzes für das älteste Kino Deutschlands. Die Unterschriftenlisten liegen weiterhin u. a. im METROPOL und den Stern-Lichtspielen am Marktplatz bereit oder können über diesen Link heruntergeladen werden. Mehr dazu auf der Seite www.rettet-das-metropol.de. Eine Bildergalerie: Hier.
metropol-logo.jpg

Geduldsprobe im Kölner Elefantenhaus

Seit Weihnachten spannt die schwangere Kölner Elefantendame Khaing Lwin Htoo alle auf die Folter. Die Geburt ihres Kalbes steht bevor, aber die zweifache Mutter läßt sich nicht hetzen – und wird in der Zwischen-Zeit Kameraprofi. Die Elefantencam des WDR dazu gibt es hier.

Altstadt Bonn oder das 7 dimensionalen Raumzeitgeflächt

„Sind normalerweise rudimentäre Gesetze der Geometrie überall gültig, so ist dies nicht in der Altstadt der Fall. Beispiel: geht man 100 Meter gradeaus, dreht sich dann um 90 Grad nach links, geht wiederum 100 Meter gradeaus, nach links, wieder 100 Meter, nach links, wiederum 100 Meter, so befindet man sich am Ausgangsort. In der Alstadt von Bonn ist dieses Geoetrische Gesetz nicht gueltig. Je nach Wochentag reicht es aus 2 mal 100 Meter zu gehen, und sich nur einmal um 90 Grad zu drehen, um wieder am Ausgangsort zu sein. An anderen Wochentagen kommt man nicht umher ein 7Eck mit 90Grad-Ecken zu begehen, um wieder zum Ausgangsort zurueckzukehren.

Gängige Theorien gehen davon aus, dass die Altstadt in Wirklichkeit die Projektion eines 7 dimensionalen Raumzeitgeflächts ist (mit 5 Raum-, und 2 Zeitdimensionen), welche auf die von uns erlebte 4 dimensionale Welt (3 Raum-, und eine Zeitdimension) projiziert wird.

Dieses bleibt nicht ohne Folgen.

Beipsielsweise resultiert daraus eine enorme Parkplatznot. Besucher der Altstadt fahren mit dem Auto todesmutig hinein, kommen aber nicht wieder heraus, woraufhin sie gezwungen sind das Auto abzustellen und dort sesshaft zu werden oder sich ein neues Auto zu kaufen. Dieses Phänomen erklärt auch, warum in der Altstadt trotz des hohen Verwirrungsfaktors Leute wohnen.

Das Strassenverwirrungsamt der BundesStadt bemueht sich diese Entwicklung zu unterstützen, in dem sie die Einbandstrassenkonfiguration jede Nacht heimlich ändert.“

Aus dem Wiki des CCC-Köln

DIE BONNER REPUBLIK/REALITY BIT(E)S 31

Im Rahmen der Werkstatt-Reihe „Die Bonner Republik“ rekonstruiert eine dokumentarische Lesung die Ereignisse des „Deutschen Herbstes“ 1977. Am Samstag, 28. Januar, 20 Uhr, wird am Originalschauplatz, dem Kabinettstisch im ehemaligen Bundeskanzleramt, aus den Protokollen der Krisensitzungen im Herbst 1977 vorgetragen. Als Deutscher Herbst sind die Entführung von Hanns-Martin Schleyer und die Kaperung der Lufthansa-Passiermaschine „Landshut“ durch palästinensische Terroristen in die Geschichte eingegangen. Das Bundeskanzleramt in Bonn war in dieser Zeit Schauplatz der Krisensitzungen und Entscheidungen. Dem spürt die Inszenierung von Michael Neuwirth nach. Die Veranstaltung kann nur im Vorverkauf gebucht werden, da 14 Tage im Voraus eine Namensliste der Zuschauer eingereicht werden muss.


HERBST 77
SECHS WOCHEN IM KANZLERAMT
Ehemaliges Bundeskanzleramt
(jetzt Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit)
Adenauerallee 139 – 141

Vorverkaufsstellen

Ministerien sollen in Bonn bleiben

Union und SPD haben sich laut Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ darauf verständigt, dass die frühere Bundeshauptstadt Bonn auch nach der Föderalismusreform sechs Bundesministerien behält. Der Bundestagsbeschluss vom Juni 1991, der die Verteilung der Ministerien zwischen Berlin und Bonn regelt, soll danach nun auch im Anhang des neu formulierten Grundgesetzartikels 22 verankert werden. Darin komme andererseits Berlin auf seine Kosten, indem erstmals die Zuständigkeit des Bundes für die Repräsentation des Gesamtstaates in der Hauptstadt und die Übernahme der damit verbundenen Kosten festgeschrieben werde.

Möglich sei dieser Passus jedoch nur, weil im Rahmen der Föderalismusdebatte 2004 auch den Forderungen des Landes Nordrhein-Westfalen entsprochen worden sei, wie das Blatt weiter schreibt. Die damals noch rot-grüne Düsseldorfer Landesregierung wollte den Mehrausgaben für Berlin nur zustimmen, wenn sie gleichzeitig eine Bestandsgarantie für die Bundesministerien in der alten Bundeshauptstadt Bonn erhält. Dort sind noch die Ministerien für Verteidigung, Bildung, Ernährung, Umwelt, Entwicklung und Gesundheit mit dem ersten Dienstsitz angesiedelt.

In der kommenden Woche will eine Redaktionsgruppe laut „Spiegel“ die Schlussfassung der Föderalismusreform erstellen. Danach soll der Vorschlag den Ministern zugehen. Für die umfassende Grundgesetzänderung müssen am Ende je zwei Drittel der Mitglieder von Bundestag und Bundesrat stimmen.

Siegburg goes NY

Siegburg soll ein Hort von Ordnung und Sauberkeit werden. Da eine weggeworfene Zigarettenkippe bekanntlich verantwortlich ist für die Verwahrlosung von Mensch und Innenstadt, gibt es in Siegburg künftig eine Antischmutz-Aufklärungskampagne und seit dem ersten Januar eine neue Bußgeldverordnung: Wegwerfen von Zigarettenkippen, Obst- und Essensresten, Füttern von Tauben, „aggressives Betteln“ bis hin zu fehlenden Hausnummern an der Fassade werden in der Regel mit 15 bis 35 Euro geahndet. Auch die gute alte Blockwartmentalität findet im propperen Städtchen an der Sieg ein Zuhause. Zur Durchsetzung der Verordnung werden bei der Stadt eigens einige „geringfügig beschäftigte“ Mitarbeiter eingestellt. bnlog.de wünscht „Weidmannsheil“.

heim.at im pantheon

„Vom Anfang der Zeit bis zum Ende aller Dinge. Vom ersten Kopfhörer bis zur letzten Kreuzfahrt. Ein Programm im Zeichen der Zeit: ‚heim.at‘ ist eine abgründige Wendeltreppe in die Katakomben des österreichischen Unterbewusstseins. Ein komplexes Mosaik über die Ursachen und Folgen der Gegenwart. Gefügt aus persönlichen Erinnerungen und politischen Erfahrungen. Voll hintergründiger Zusammenhänge und optischer Täuschungen. Ein schillernder Trümmerhaufen, aus dem ganz zart die Hoffnung leuchtet.“

Durch „Indien“, der verfilmten Tragikomödie, die er zusammen mit Josef Hader schrieb, wurde Alfred Dorfer auch hierzulande bekannt. Inzwischen gehört er zur Cremè deutschsprachiger Polit-Kabarettisten.

Für Österreicher, besonders für österreichische Künstler, ist es derzeit nicht gerade leicht, sich mit ihrem Heimatland zu identifizieren. Seit dem Regierungswechsel weht Kunstschaffenden von höchster politischer Ebene starke Ablehnung entgegen. Das allerdings ist noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Und einer wie Alfred Dorfer wäre dazu auch gar nicht in der Lage. Statt dessen gräbt er tief. Buddelt sich hinunter in die Abgründe des österreichischen Unterbewusstseins. Und findet dort einen Scherbenhaufen, Brocken von Ursachen und Folgen der Gegenwart. Antritte, Skandale und Rücktritte prägen diese Zeit. Szenen so schnell wie Videoclips und kleine Hoffnungsschimmer prägen das Programm, das Dorfers viertes Solo ist. Unterstützt wird er dabei von einer vierköpfigen Band.
Pantheon, 5.1. bis 7.1 um 20 Uhr.